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Bei 1.-Mai-Feier fliegen die Fäuste

Bei 1.-Mai-Feier fliegen die Fäuste

Alkohol enthemmt. Das sollte eigentlich jeder wissen und seinen Konsum danach richten. An der sonst so friedlichen Kimmling-Hütte wurde ein Streit zur Massenschlägerei, ein Boxer schlug um sich. Auch Kinder mussten das Geschehen mitansehen.

Die Josef-Kimmling-Hütte des Vogelschutzvereins in der Sellerbacher Humes in Köllerbach ist ein beliebtes Ausflugsziel - wegen des schönen Spielplatzes auch für Kinder. Weniger schön war allerdings, was dort am Sonntag passierte, als um 19.40 Uhr eine 1.-Mai-Feier außer Kontrolle geriet. Nach bisherigem Stand der polizeilichen Ermittlungen waren zunächst zwei Männer aneinander geraten und prügelten sich. Weitere wollten dazwischen gehen, insbesondere ein Boxer , der andere "reihenweise niedergeschlagen" habe, hätte ein Zeuge geschildert. Da bei der ersten Alarmierung von 50 sich prügelnden Leuten die Rede war, rückten Kommandos aus Völklingen, Saarbrücken, Burbach, Heusweiler und von der Bereitschaftspolizei aus, ebenso die Hundestaffel; insgesamt waren 22 Beamte im Einsatz. - Tatsächlich waren wohl 40 Personen vor Ort, die nicht alle beteiligt waren.

Als die Polizei eintraf, war offenbar das Gröbste schon vorbei. Der "Boxer " war nicht mehr an der Hütte, wurde aber kurz darauf aufgegriffen. Bis dahin hatte er sich schon einem ihm bekannten Polizisten offenbart und eingeräumt, dass er "Mist gebaut" habe. Eine Blutprobe wurde entnommen, eine Anzeige wegen gefährlicher Körperverletzung gefertigt, da er auch getreten haben soll. Insgesamt soll es mehrere Verletzte gegeben haben, jedoch offenbar keine schwerwiegenderen Verletzungen.

Sehr betroffen und verärgert zeigte sich Pächterin Jennifer Henz über das Geschehen. Seit vier Jahren hat sie die Kimmling-Hütte gepachtet, "aber so etwas habe ich noch nicht erlebt, und ich hoffe sehr, dass es nie wieder vorkommt". Was sie besonders ärgert: Dass die Erwachsenen, teils schon alkoholisiert gekommen, auch keine Rücksicht auf die Befindlichkeiten der Kinder genommen hatten, von denen einige weinten und verstört waren. Sogar "Papas" hätten bei der Rauferei mitgemischt.