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Bergbau
Barbaratag mit einem Hauch Schwermut

Weihnachten unter Tage  Dieses Bild zeigt Bergleute der Frühschicht auf der ehemaligen Grube Viktoria Püttlingen am 23 Dezember 1957 in der Grundstrecke der Abteilung 1 auf der dreizehnten Sohle und damit in einer Tiefe von 673 Metern. Die Erinnerungen an die vergangenen Bergbau-Zeiten wach zu halten, mahnte der Bergmanns- und Unterstützungsverein Köllerbach zum Barbarateg. 
Weihnachten unter Tage  Dieses Bild zeigt Bergleute der Frühschicht auf der ehemaligen Grube Viktoria Püttlingen am 23 Dezember 1957 in der Grundstrecke der Abteilung 1 auf der dreizehnten Sohle und damit in einer Tiefe von 673 Metern. Die Erinnerungen an die vergangenen Bergbau-Zeiten wach zu halten, mahnte der Bergmanns- und Unterstützungsverein Köllerbach zum Barbarateg.  FOTO: Repro: Schuster, Fotograf unbekannt
Püttlingen. Der Bergmanns- und Unterstützungsverein Köllerbach will die Erinnerung an den Bergbau wach halten. Von Walter Faas

„Vor der Hacke bleibt es duster“, so lautet ein Bergmannsspruch. Und finster  bleibt es: „2018 ist kein gutes Jahr für den Steinkohlebergbau“, sagte Ferdinand Gräber am Dienstag beim traditionellen Barbarafest. Gräber ist Vorsitzender des Bergmanns- und Unterstützungsvereines St. Barbara Köllerbach. Der richtete seine Bergparade aus, eine Veranstaltung mit Flair. Der Musikverein Harmonie Köllerbach unter Leitung von Walter Skreba spielt den berühmten Steigermarsch. Die Männer und Frauen vom Ausrichterverein und aus Göttelborn tragen die typische Festtracht der Bergleute. Dabei handelt es sich um den schwarzem Kittel, mit 29 (ein Hinweis auf das Lebensalter der Heiligen Barbara) vergoldeten Knöpfen mit Eisen und Schlägel,  Fransen am Ärmel (Hinweis auf Reservedochte), Federhut (auch Tschako genannt), Ehrenhäckel und Pelerine.  In der Hand das Grubenlicht tragend, die Stimmung ist ernst, aber gefasst, auch beim Gottesdienst in der Köllerbacher Begegnungskirche mit den Seelsorgern Heinz Haser und Reimund Franz.


Die Festredner heben die Bedeutung des Tages hervor, allen voran Gräber, der ausführt: In dieser Lage, wenn also in wenigen Wochen in Ibbenbühren die letzte aktive Grube in Deutschland schließe, sei es umso wichtiger, die Traditionen des Bergbaus lebendig zu halten und zu pflegen. Gräber: „Ein gutes Beispiel dafür ist unser Freilichtmuseum in Engelfangen. Die Exponate sollen den Menschen näher bringen, wie ihre Väter und Großväter ihren Lebensunterhalt verdienten.“Dann spielt der Musikverein Harmonie noch einmal die Glück-Auf-Melodie. Danach folgt weitere Unterhaltungsmusik, dazu gibt es ein typisches Bergmanns-Frühstück mit – natürlich – Weck, Wurst, Gerstensaft, und mit der Gewissheit: Das Feiern haben die (ehemaligen) Bergleute trotz „Schicht im Schacht“ nicht verlernt.