Bald gibt's eine „neue neue“ WiVo

Bald gibt's eine „neue neue“ WiVo

Die erst fünf Monate alte, aber ohnehin als Zwischenlösung gedachte Wildvogel-Auffangstation auf der Ritterstraße zieht um und vergrößert sich: Neuer Standort soll die ehemalige Stadtgärtnerei werden.

Die offizielle Eröffnung der Wildvogel-Auffangstation (WiVo) für das Saarland auf der Püttlinger Ritterstraße liegt noch keine fünf Monate zurück, da wird schon die nächste, größere Station in Angriff genommen. Als Standort ist die alte Stadtgärtnerei vorgesehen, aus der Landeskasse sollen voraussichtlich 150 000 Euro für die nötigen Umbaumaßnahmen fließen. Die jetzige Station im Haus Waldkauz - betrieben vom Naturschutzbund (NABU) und dem Natur- und Vogelschutzverein Püttlingen Ritterstraße - war von vorneherein als vorübergehende Bleibe gedacht, die nun bereits an ihre Kapazitätsgrenzen stößt. Die - gelungene - Zwischenlösung im Haus Waldkauz war auch notwendig geworden, weil die Betreiber einer anderen Vogelauffangstation "in Rente gegangen" sind. Und dass ein Bedarf an einer Vogelauffangstation besteht, zeigte sich schon daran, dass dort nur einen Monat nach der Eröffnung schon über 200 Vögel betreut wurden.

Die Püttlinger Stadtratsfraktionen von CDU und SPD "haben sich in einem Gespräch mit dem NABU, der Stadtverwaltung und dem Umweltminister kürzlich auf die alte Stadtgärtnerei als künftige Anlaufstelle, sowie auf die Verteilung der Kosten verständigt", heißt es in einer Mitteilung der CDU-Fraktion. Während das Land besagte 150 000 Euro für den Umbau beisteuere, übernehme der Nabu, als künftiger Betreiber, die Betriebskosten , und die Stadt stelle die alte Gärtnerei zur Verfügung. In der jüngsten Werksausschusssitzung gab es bereits ein Okay für das Projekt, so dass auch mit einer Zustimmung des Stadtrates am gestrigen Abend zu rechnen war (Bericht folgt), wo dann die endgültige Zustimmung zum neuen Standort und dem entsprechenden Kooperationsvertrag fallen musste. Im Vorfeld hatte es offenbar noch eine gewisse Sorge gegeben, dass die Stadt die zweckgebundenen 150 000 Euro teilweise zurückzahlen muss, falls die WiVo, zum Beispiel mangels Helfer, in den kommenden Jahren den Betrieb einstellen müsste.

Tierschützer gewürdigt

Hans-Joachim Schmidt, Vorsitzender des Nabu Köllertal, mit dem wir gestern sprachen, würde sich jedenfalls freuen, wenn die "neue neue" Auffangstation kommendes Frühjahr fertig ist, um dann wieder Jungvögel betreuen zu können, die Starthilfe brauchen. Der Vogelnachwuchs der jüngsten Generation ist inzwischen, mit Ausnahmen von ein paar Tauben, wieder in die Freiheit entlassen. Über Herbst und Winter, wenn lediglich verletzte Altvögel betreut werden, ist es ruhiger in der Station.

Ein weiterer Gesichtspunkt, der bei der neuen Station beachtet werden muss: An der alten Gärtnerei hält die Stadt auch mobile Hütten als Reserve-Flüchtlingsunterkünfte vor; hier müsste gegebenenfalls auf eine räumliche Trennung zwischen beiden Einrichtungen geachtet werden.

Erst kürzlich würdigte auch Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer das Engagement der Vogelschützer mit einer finanziellen Zuwendung, die sie bei einem Besuch, zusammen mit CDU-Fraktionssprecher Mark Reck, überreichte. Bei dieser Gelegenheit betonte die Ministerpräsidentin: "Der NABU und die Natur- und Vogelschutzvereine leisten eine großartige Arbeit. Durch den aufopferungsvollen Einsatz, der oft in der Freizeit nach dem eigentlichen Beruf stattfindet, wird aktiv Tierschutz gelebt. Ich danke allen Helferinnen und Helfern herzlich dafür."

Helfer und Gäste an der WiVo im Haus Waldkauz.

In der WiVo sind weitere Helfer sehr gerne willkommen, Infos gibt es unter Tel. (01 73) 9 42 20 01.

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