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Pflegemedaille
Auszeichnung für pflegende Angehörige

Püttlingen. Sozialministerin Bachmann hat 13 Bürgerinnen und Bürgern aus dem Regionalverband die Pflegemedaille verliehen. Von Andreas Engel

„Pflegende Angehörige leisten den Hauptteil der Pflege in Familien und erfüllen anspruchsvolle und wichtige Aufgaben, deren Stellenwert in Anbetracht der demografischen Entwicklung weiter wachsen wird“, sagte  Monika Bachmann, Ministerin für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, bei der Verleihung der Pflegemedaillen am Donnerstag. Mit der „Pflegemedaille des Saarlandes“ würdigt die Landesregierung das ehrenamtliche Engagement. Dass die Leistungen der pflegenden Angehörigen gar nicht hoch eingestuft werden kann, verdeutlicht alleine die Tatsache, dass rund 92 Prozent aller Pflegebedürftigen zu Hause versorgt werden. Nun zeichnete die Ministerin wieder 13 Bürgerinnen und Bürger aus dem Regionalverband Saarbrücken mit Pflegemedaille als Dank und Anerkennung für ehrenamtliche Arbeit in der Pflege und Betreuung aus. Auch Püttlingens Bürgermeister Martin Speicher würdigte die Leistungen der jetzt ausgezeichneten Menschen als vorbildlich. Pflege sei mehr als nur medizinische Betreuung, Pflege sei vor allem auch menschliche Zuneigung, sagte Speicher.


Ausgezeichnet wurde Claudia Bardoche, aus Saarbrücken. Sie wurde für die Pflege ihrer 80-jährigen Mutter von ihrem Ehemann Marc Bardoche vorgeschlagen. Auszeichnungswürdig sei ebenso die Leistung von Edeltraut Brunet (72), so Bachmann. Die Saarbrückerin wurde für die Pflege ihrer Tochter Katie durch die Lebenshilfe Saarbrücken vorgeschlagen. Eine weitere Auszeichnung mit der Pflegemedaille erhielt Maria Bürtin aus Püttlingen. Sie pflegt seit 1983 ihren geistig und körperlich schwer behinderten Sohn. Auch Rosi Hemmer (77) aus Heusweiler-Dilsburg erhält die Pflegemedaille des Saarlandes. Seit 60 Jahren sind sie und ihr Mann ein Paar, vor 23 Jahren erkrankte er schwer. „Sie haben ihr Hochzeitsversprechen ‚in guten wie in schweren Zeiten füreinander einzustehen’ gehalten“, sagte Bachmann. Stefan Hübgen (57) aus Heusweiler-Kutzhof wurde von Ortsvorsteher Michael Jakob für die Pflege von Hübgens Sohn Patrik vorgeschlagen. Patrik ist seit seiner Geburt auf eine 24-Stunden-Betreuung angewiesen. Auch Stefan Hübgens Lebensgefährtin benötigt seine Unterstützung und Pflege.

Kerstin Kammer (50) aus Püttlingen übernimmt die Pflege ihrer Mutter und wurde daher ebenfalls von Ministerin Bachmann mit der Pflegemedaille des Saarlandes ausgezeichnet. Zudem engagiert sich Kammer seit vielen Jahren bei der Arbeiterwohlfahrt. Aus Völklingen-Wehrden stammt Heinz Konz. Der 77-Jährige wurde vom Demenzverein Saarlouis für die Pflege seiner Frau Christel für die Ehrung vorgeschlagen und nun von der Ministerin ausgezeichnet. Seit 1960 bereits ist Maria Krauhs (79) aus Püttlingen für ihren Sohn da. Unterstützung erhält sie dabei von ihrem Mann und einem weiteren Sohn. Das Ehepaar Elke (73) und Alexander Lier (73) stammt aus Sulzbach-Altenwald und erhielt die Pflegemedaille für die gemeinsame Pflege der Tochter Alexandra. Beate Nemenich (52) aus Quierschied wurde  von ihrem Patenkind Anna-Lena Schaum  für die Pflege ihrer Mutter Irmgard vorgeschlagen. Seit acht Jahren pflegt sie ihre schwerkranke Mutter. Eine Pflegemedaille erhielt außerdem Anni Ploog (80) aus Saarbrücken-Fechingen. Liebevoll kümmert sie sich seit Jahren um ihren Mann Norbert.



Auch Elke Towae aus Saarbrücken leistet Großes in der Pflege. Die 65-Jährige betreut ihre Mutter und hilft ihr in allen Lebenslagen. Christa Weishaar kümmert sich um ihren Sohn Thomas. Tatkräftig unterstützt wird sie von ihrem zweiten Sohn Gerhard. Thomas liegt nach einem Autounfall 1997 im Wachkoma. Für die Versorgung von Thomas erhielten beide nun die Pflegemedaille des Saarlandes.

Rund 20 000 pflegebedürftige Menschen werden im Saarland zu Hause betreut. Diese verantwortungsvolle Aufgabe, die Angehörige mit viel Liebe und Fürsorge oftmals rund um die Uhr ausüben, verdiene Anerkennung ebenso wie Unterstützung, beispielsweise dadurch, dass pflegende Angehörige ihre Arbeitszeiten auf die Erfordernisse der Pflege abstimmen können, sagte die Ministerin. Hierzu biete das Gesetz zur Familienpflegezeit die Grundlage.