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Beweidungsprojekt : Austausch über Beweidungsprojekte

Beweidungsprojekt : Austausch über Beweidungsprojekte

Gäste aus Luxemburg informierten sich in Püttlingen über Beweidungsprojekte. Die Luxemburger wollen auch Wasserbüffel ansiedeln.

() Interessante Erfahrungsaustauschmöglichkeiten zum Thema „Ganzjahresbeweidung“ gibt es in der Stadt Püttlingen. Nach dem Umweltausschuss der Gemeinde Heusweiler war in diesen Tagen eine Delegation des luxemburgischen Umweltministeriums zu Gast, die sich ebenfalls über die Beweidungsprojekte in der Köllertalstadt informieren wollte. Das teilte die Stadt mit.

Klaus Nickels, Umweltbeauftragter der Stadt Püttlingen, und der saarländische Tierschutzbeauftragte Dr. Hans-Friedrich Willimzik empfingen die Naturschutzabteilung mit ihrem Sprecher Jean-Marc Berg zunächst bei den Steppenrindern, die stolz ihren Nachwuchs präsentierten.

Steppenrinderbetreuer Peter Telli betonte, dass bereits nach zwei Jahren Beweidung sich die Arten- und Strukturvielfalt erhöht. Durch den Verzicht auf Pflegemaßnahmen wie Mähen und Walzen werden Ameisennester nicht mehr zerstört, Bodenbrüter wie Fasan und Feldhuhn haben sich wieder angesiedelt. Durch den Kot der Rinder hat sich offensichtlich die Anzahl der Insekten erhöht, wovon wiederum Fledermäuse profitieren.

Ähnliche Beobachtungen konnte auch Wasserbüffelbetreuer Günter von dem Broch beim Erfahrungsaustausch schildern. Wasserbüffel nutzen vor allem bei den heißen Temperaturen stärker die vorhandenen Gewässer und legen sich vermehrt Suhlen (Badewannen) an.

Davon profitieren offensichtlich viele Amphibien, denn das morgen- und abendliche Froschkonzert war früher nicht zu hören.

Christoph Scherer konnte ebenfalls eine Zunahme von Pflanzen- und Tierarten im Weideprojekt mit schottischen Hochlandrindern feststellen. Erstmals ist dort der Neuntöter als Brutvogel aufgetaucht.

Der betreuende Tierarzt Dr. Hans-Friedrich Willimzik bestätigte, dass die Auswahl der Weidetiere richtig war, da sie mit dem angebotenen Futter und Wasser gut zurecht kommen und nur im Winter zugefüttert werden muss. Das beweisen auch die jährlichen Blutuntersuchungen. Eine Behandlung mit Antibiotika oder Parasitenmitteln war bisher nicht notwendig.

„Genau dies ist unser Problem in Luxemburg“, sagte Jean-Marc Berg. „Wir haben vor genau zehn Jahren mit einer Ganzjahresbeweidung im Tal der Sauer angefangen, Wasserbüffel wurden damals nicht akzeptiert. Deshalb entschieden wir uns für Galloway-Rinder und haben nun immer mehr Ausfälle durch Leber-Egel. Wir wollen deshalb jetzt auf Wasserbüffel umstellen.“

Die Püttlinger Beweidungsprojektleiter werden noch in diesem Jahr zu einem Gegenbesuch in Luxemburg eingeladen, wobei auch ein Besuch der dortigen Wildvogelauffangstation vorgesehen ist.