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Keine Abkürzung mehr durch den Wald?
Aus für die Forststraße 423?

Püttlingen. Wieder offene Straße soll doch aus dem Verkehr gezogen werden, Püttlingen wehrt sich. Von Walter Faas

Die Forststraße (F) 423 wird von Püttlingen und Köllerbach aus (und auch in umgekehrter Richtung) gerne genutzt, um etwa nach Schwarzenholz oder zur A 8 zu fahren, oder auch, um über die L140 – Baustellen vermeidend – nach Niedersalbach und Heusweiler zu gelangen. Doch seit Mitte Februar 2017 war die F 423 wegen der Arbeiten am Windpark Schwalbach gesperrt.


Die gute Nachricht: Seit etwa einem Monat (und damit – weil es auf der Straße keinen Winterdienst mehr gibt – rund fünf Monate später als wegen der Bauarbeiten geplant) ist die F 423 wieder freigegeben. Die schlechte Nachricht: Ab 1. September soll sie endgültig für den Verkehr gesperrt werden. Dagegen wehrt sich die Stadt Püttlingen.

Doch der Reihe nach. Die Masten der vier Windräder stehen jetzt, die Rotoren rotieren, die Straße ist wieder frei. Durchgefahren wurde aber, trotz des Verbotes, auch während der Zeit der Vollsperrung – zum Ärger von Spaziergängern, Radfahrern und wohl auch zum Ärger der Arbeiter, die am Windpark bauten.



Das zeigt aber auch, wie wichtig die F 423 für den Innerorts-Verkehr von Püttlingen ist. Wenn jetzt also, wie vom Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) angekündigt, die Forststraße auf dem beschriebenen Teilstück „eingezogen“ werden soll, gibt’s Ärger. („Eingezogen“ ist der Behörden-Ausdruck für das endgültige Sperren der Straße, die dann nicht mehr als Teil des offiziellen Straßennetzes gilt.).

Dass es Ärger gibt, war jedenfalls der ausführlichen Stellungnahme der Püttlinger Verwaltung in der jüngsten Sitzung des Stadtrates zu entnehmen. In dieser Stellungnahme wird seitenweise das Pro und Kontra der geplanten Vollsperrung für den Durchgangsverkehr aufgelistet.

Der LfS nennt unter anderem als Gründe für sein Vorhaben: „Fehlendes Verkehrsbedürfnis“ (sprich: der Weg werde eigentlich gar nicht gebraucht), „Umweltschutzaspekte, mangelnde Verkehrssicherheit“, letzteres „aufgrund in der Vergangenheit regelmäßig eingetretener Unfallschäden“ (in verständlichem Deutsch: weil es dort immer wieder zu Unfällen gekommen sei). Das alles lässt die Stadt Püttlingen nicht gelten. Selbst dem Landespolizeipräsidium lägen keine Erkenntnisse über hohe Unfallziffern auf der F 423 vor. Und: Wenn Anwohner aus Püttlingen, Walpershofen sowie dem Kreis Saarlouis – die ja alle die Forststraße tatsächlich nutzen – durch die geplante Sperrung der F 423 weitere Wege zurücklegen müssen und damit zusätzliche Abgase verursachen, dann würden die Begriffe „fehlendes Verkehrsbedürfnis“ wie auch „Umweltschutz“ ad absurdum geführt.

Zu guter Letzt wird auch auf die Gefahr des Eiswurfes durch die Windräder eingegangen. Diese Gefahr bestehe, so die Stadtverwaltung Püttlingen, ohnehin für Fußgänger, Radfahrer, Reiter.

Nun suchen die Fachleute im Püttlinger Rathaus, im Auftrag ihres Stadtrates, den Schulterschluss mit dem zuständigen Verkehrsministerium der Landesregierung, um die geplante „Einziehung“ der F 423 doch noch zu verhindern.