Kirchen Evangelische Kirche Köllertal Fusion: Auf den Weg zur Fusion machen

Kirchen Evangelische Kirche Köllertal Fusion : Auf den Weg zur Fusion machen

Die vier evangelischen Kirchengemeinden im Köllertal leiden unter dramatischem Mitgliederschwund.

Am 31. Oktober haben die vier evangelischen Kirchengemeinden im Köllertal gemeinsam in Eiweiler das Reformationsfest gefeiert. Sozusagen ein Vorbote dessen, was sich anbahnt. Denn in absehbarer Zeit werden die Protestanten in der Region zu einer Gemeinde fusionieren (müssen). Professor Dr. Joachim Conrad, Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Kölln in Köllerbach, hält das Jahr 2024 für realistisch. Zur Begründung sagt er mit einem Augenzwinkern: „2023 wird die Martinskirche in Köllerbach 800 Jahre alt, dieses Jubiläum wollen wir noch als eigenständige Gemeinde begehen.“

Aber der Hintergrund ist ernster, gar „dramatisch“, wie es Conrad formuliert. Damit meint er den Verlust an Gemeindegliedern. Heusweiler und Wahlschied-Holz haben in den vergangenen drei Jahren jeweils 200 Mitglieder eingebüßt, berichten die Pfarrerinnen Kerstin Marx (Heusweiler) und Anja Schild (Wahlschied-Holz). Die evangelische Kirchengemeinde Güchenbach in Riegelsberg ist nach den Worten von Pfarrer Dr. Tobias Kaspari in den zurückliegenden sechs Jahren um 300 Schäfchen geschrumpft. Kölln steht vergleichsweise gut da. Auch diese Gemeinde hat 300 Mitglieder verloren, jedoch in 30 Jahren, wie Conrad betont.

Der Mitgliederschwund ist nicht das einzige Problem. Im Gespräch mit der Saarbrücker Zeitung weisen die vier Geistlichen auf weitere Punkte hin. So steuere auch die evangelische Kirche auf einen Priestermangel zu. Und: Viele Gemeinden haben zahlreiche Gebäude zu unterhalten. Diese finanzielle Last drückt gewaltig. Conrad: „Die vier evangelischen Kirchengemeinden im Köllertal haben zusammen sechs Kirchen, mit zwei kämen wir auch aus. Wenn es gut läuft, kommen um die 50 Leute zum Gottesdienst.“ Conrad und Kollegen kommen zum Schluss: „Drei Pfarrstellen reichen fürs Köllertal, die können die Gemeinden auch finanzieren, vier nicht.“

In diesem Zusammenhang zu erwähnen ist, dass die evangelische Kirchengemeinde Wahlschied-Holz nach dem Abschied von Pfarrer Jens Wilke nur noch eine halbe Pfarrstelle hat. Diese nimmt seit 1. Juni 2016 Anja Schild als Vakanzvertretung ein. Die Pfarrerin im Probedienst hat zudem eine 50-Prozent-Stelle in Altenkessel. Um die Geschäfte in der Gemeinde Wahlschied-Holz am Laufen zu halten, springen Joachim Conrad, Kerstin Marx und Tobias Kaspari mit ein. Die vier Seelsorger arbeiten an einem Konzept für die Zukunft, demnächst sollen jeweils zwei Vertreter aus den vier Presbyterien hinzustoßen.

Erstes Ziel ist, die Gemeinde Wahlschied-Holz zu verwalten, zweites Ziel die Vorbereitung der sich abzeichnenden Fusion zu einer evangelischen Kirchengemeinde im Köllertal mit rund 9000 Christen. „Es wird Verlustängste geben, die werden wir ernst nehmen“, blicken die Pfarrer voraus. Und sie unterstreichen, dass sie die Gemeindeglieder auf dem Weg in die Zukunft mitnehmen, niemandem etwas aufzwingen wollen: „Die Presbyterien entscheiden, wo der Weg hinführt.“