Ans Aufhören denkt Speicher nicht

Mit Beginn des Jahres 2002 übernahm Martin Speicher den Chefsessel im Püttlinger Rathaus. Heute wird der CDU-Mann 65. Im SZ-Gespräch zieht der Bürgermeister eine Bilanz seiner bisherigen Amtszeit.

Als der Püttlinger Bürgermeister Martin Speicher (CDU ) am 31. Mai 2011 seinen 60. Geburtstag feierte, gab die Stadt einen Empfang im Trimmtreff mit 500 geladenen Gästen. Heute wird der "Püttlinger Bub" 65 Jahre alt und feiert in weitaus kleinerem Rahmen, im Kreise seiner Familie: mit Ehefrau Gudrun, den Töchtern Kerstin, Claudia und Katrin, den Schwiegersöhnen und den fünf Enkelkindern.

Mit 65 Jahren denken andere Berufstätige ans Aufhören, Martin Speicher nicht. Wenn es die Gesundheit zulasse, werde er bis 68 weitermachen als Püttlinger Verwaltungschef. Zum heutigen Ehrentag wünsche er sich Gesundheit und Zufriedenheit, sagt Speicher im Gespräch mit der Saarbrücker Zeitung. "Und dass wir in der Verwaltung weiterhin gute Arbeit machen", fügt er hinzu. Als Speicher am 1. Januar 2002 als Nachfolger von Rudolf Müller den Chefsessel im Rathaus seiner Heimatstadt übernahm, sagte er im SZ-Interview: "Ich habe als Bürgermeister vor nichts Angst, aber die finanzielle Situation der Kommunen im Saarland muss eigentlich jeden Bürgermeister ängstigen." Gut 14 Jahre später könnte er diesen Satz wiederholen, meint Speicher. Die finanziellen Rahmenbedingungen für die Kommunen seien katastrophal, aber er sieht die Stadt Püttlingen trotz allem "auf einem guten Weg". Und den wolle er noch ein gutes Stück mitgehen.

Auf die Frage nach dem herausragenden Ereignis seiner bisherigen Amtszeit antwortet Speicher nach einigem Nachdenken: "Die persönliche Begegnung mit dem damaligen Bundespräsidenten Horst Köhler , als er bei seinem Saarland-Besuch im Dezember 2004 auch in Püttlingen zu Gast war." Speicher vergisst nicht, an Projekte zu erinnern, "die wir in Püttlingen auf den Weg gebracht und verwirklicht haben", zum Beispiel an den Zentralen Busbahnhof, der im August 2015 eröffnet wurde.

Gern denkt er auch an den City-Biathlon zurück, eine Idee, für die er einst müde belächelt worden war. "Aber dann ist es uns gelungen, zehn Jahre Weltklasse-Sportler in unsere Stadt zu locken." Das habe Püttlingen international bekannt gemacht. Speicher: "Schade, dass nach der zehnten Auflage Schluss war mit dem City-Biathlon. Aber die entstandene Finanzlücke aus der Stadtkasse zu schließen, wäre verantwortungslos gewesen."

Der bitterste Moment im Amt als Bürgermeister? Speicher: "Die Schließung des SKF-Werks in Etzenhofen." Die Schwedische Kugellagerfabrik (SKF) hatte die Produktionsstätte im Köllertal zum Jahresende 2004 dichtgemacht, 320 Menschen verloren ihre Arbeitsplätze.