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Püttlingen eröffnet Seniorenbüro
Anlaufstelle für die ältere Generation

Die Stadt Püttlingen hat am Mittwoch im Schlösschen ein Seniorenbüro eröffnet. Im Bild das Team des Seniorenbüros, hinten von links: Elke Haut, Heike Schweers, Cornelia Thoma und (sitzend) Leiterin Margret Schmidt.    
Die Stadt Püttlingen hat am Mittwoch im Schlösschen ein Seniorenbüro eröffnet. Im Bild das Team des Seniorenbüros, hinten von links: Elke Haut, Heike Schweers, Cornelia Thoma und (sitzend) Leiterin Margret Schmidt.    FOTO: BeckerBredel
Püttlingen. Die Stadt Püttlingen hat als erste Kommune im Regionalverband Saarbrücken ein eigenes Seniorenbüro eingerichtet. Von Walter Faas

Wir werden immer älter und bekommen weniger Kinder. Diese Entwicklung wird als demografischer Wandel bezeichnet und stellt die Gesellschaft vor Herausforderungen. Sie zu meistern, haben sich Bundesregierung, Land, Regionalverband Saarbrücken und jetzt die Stadt Püttlingen einem Programm gewidmet, das den bezeichnenden Titel „Sorge und Mitverantwortung in der Kommune“ trägt. Bürgermeister Martin Speicher (CDU) erläuterte die Hintergründe: „Städte und Gemeinden sind die Orte, an denen Senioren Verantwortung für ihr eigenes Alter übernehmen und sich für andere Menschen und das Gemeinwohl engagieren.“ Es gelte, eigene Potenziale zu nutzen, beziehungsweise zu lernen, mit Einschränkungen, Verlusten und Verletzlichkeiten im hohen Alter im Sinne eines selbstbestimmten Lebens richtig umzugehen, sagte der Verwaltungschef. Sein ehrenamtlich tätiger Seniorenbeauftragter Ernst Schmitt präzisierte: Bereits jetzt gelte Püttlingen, sozialwissenschaftlichen Studien zufolge, als „eine stark alternde Kommune“, sei doch jeder vierte Bürger in Püttlingen und Köllerbach 60 Jahre oder älter. Schmitt: „Die Prognosen des statistischen Landesamtes bestätigen, dass die Anzahl der Senioren weiter ansteigen wird.“ Dies sei, wie eingangs erwähnt, keine lokale Besonderheit, vielmehr bundesweiter Trend. Nicht jammern, sondern handeln, lautet die Devise! Nicht gerade einfach, ist doch, durch die Verlagerung des städtischen Sozialamtes auf den Regionalverband Saarbrücken vor Jahren, ein Qualitätsverlust im Bereich der Sozialarbeit entstanden. „Das trifft auch viele ältere Menschen, denen der Weg zum Saarbrücker Schlossplatz (dort befindet sich das Sozialamt) schwerfällt“, sagt Margret Schmidt, Leiterin des neuen Püttlinger Seniorenbüros. „Beratung und Betreuung und die Gesichter dahinter gehören vor Ort. Deshalb haben wir dieses Seniorenbüro eingerichtet“, fügte Schmidt hinzu. Bereits jetzt hätten die Erfahrungen der letzten Monate den Bedarf bestätigt. Ob Hilfe beim Rentenantrag, bei Betreuungs- und Vorsorgevollmachten, Patientenverfügungen oder beim Schriftverkehr mit Behörden – das Seniorenbüro mit seinen Mitarbeitern sei darauf eingestellt, Betroffene und ihre Angehörige zu beraten. Ältere Menschen benötigen eine Haushaltshilfe, Hilfsmittel, Ideen zum barrierefreien Umbau ihrer Wohnung? Angehörige sehen sich gezwungen, ihre Eltern lang- oder kurzfristig in einem Heim unterzubringen? Oft besteht Hilflosigkeit, wächst der Wunsch nach fachlich kompetenter Beratung. „Hier kann sie geleistet werden“, betonte Schmidt. In Zusammenarbeit mit dem Püttlinger Mehrgenerationenhaus, mit der Seniorenakademie des Regionalverbandes Saarbrücken, dem ehrenamtlich tätigen städtischen Besuchsdienst „Doro & Doro“, dem Seniorenbeirat sowie mit weiteren Trägern der Sozialarbeit sei es aber auch möglich, Interessenten der „Generation Silber“ im Umgang mit Handys, Bankkarten oder Fahrbahnautomaten zu schulen, beispielsweise durch Freizeitmaßnahmen (Schmidt: „So sind wir mit der Saarbahn nach Saarbrücken gefahren“) wie Wanderungen, Spielenachmittage oder Adventssingen. Schmidt resümiert: „Alle Maßnahmen zielen darauf ab, dass sich unsere älteren Bürger nicht abgehängt fühlen und hier im Büro einen kompetenten Ansprechpartner finden.“


Geöffnet ist das Seniorenbüro der Stadt Püttlingen im Schlösschen, Rathausplatz 1 (hinter dem Rathaus) zu den üblichen Öffnungszeiten der Stadtverwaltung. Auskunft zu Beratungsangeboten wie Betreuungen, Pflegefragen, Hilfe in Heimen, Kurzzeitpflege, Rente, Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung, Hospizarbeit und so weiter finden sich auf einer kleinen Broschüre, die in den Rathäusern ausliegt beziehungsweise können vor Ort erfragt werden unter Telefon (0 68 98) 6 91-1 87 oder -1 21.