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Ankerkreuz für vier Püttlinger Bürger

Ankerkreuz für vier Püttlinger Bürger

Püttlingen. "Wir sind nur unnütze Knechte. Wir haben getan, was wir zu tun schuldig waren." Privatdozent Dr. Joachim Conrad zitierte mit diesen Worten den Evangelisten Lukas. Für einen Theologen wie Conrad war dies nahe liegend, als er - stellvertretend für die vier neuen Ankerkreuz-Träger - die Dankrede übernahm

Püttlingen. "Wir sind nur unnütze Knechte. Wir haben getan, was wir zu tun schuldig waren." Privatdozent Dr. Joachim Conrad zitierte mit diesen Worten den Evangelisten Lukas. Für einen Theologen wie Conrad war dies nahe liegend, als er - stellvertretend für die vier neuen Ankerkreuz-Träger - die Dankrede übernahm. Als "stellvertretende Handlung für alle Menschen, die in unserer Stadt ehrenamtliche Verantwortung tragen" verstehen alle Beteiligten die feierliche Zeremonie, die auf der Ehrenordnung der Stadt Püttlingen beruht. Beteiligt waren der Stadtrat, der einstimmig die Vergabe des Ankerkreuzes beschlossen hatte, Bürgermeister Martin Speicher, der der feierlichen Verwaltungsakt vollzog, eine große Öffentlichkeit, vier Laudatoren und zu guter Letzt die Betroffenen, die künftig das Ankerkreuz tragen dürfen. "Sie alle haben sich große Verdienste um die Stadt Püttlingen erworben", sagte Verwaltungschef Speicher. Im Einzelnen blieb es den Laudatoren (eine Laudatio ist eine Festrede zu Ehren einer Person) vorbehalten, diese Verdienste zu präzisieren. Rudolf Müller, Altbürgermeister von Püttlingen, schilderte zunächst Leben und Werk von Schwester Hildegard Kossorz, der ehemaligen Priorin des Püttlinger Klosters Heilig Kreuz, die krankheitsbedingt an der Ankerkreuz-Verleihung nicht teilnehmen konnte. Für sie nahm Schwester Pia, die heutige Priorin des Kloster, das Kreuz entgegen. Müller betonte in seiner Ansprache, Schwester Hildegard habe nicht nur vielen Menschen "mit offenen Armen und strahlendem Lächeln" Lebensmut zugesprochen, sondern die Geschicke des Klosters über Jahrzehnte entscheidend mitgeprägt und gestaltet. An Paul Martin Milius, Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer des Saarlandes, war es, den Köllerbacher Artur Walz zu würdigen, der in vielen Funktionen - als Gesellschafter eines regionalen mittelständischen Unternehmens, als ehemaliger Vorsitzender und heutiger Präsident des Heimat- und Verkehrsvereins Püttlingen, als ehrenamtlicher Richter und in Vereinen - viel Freude und Geschick am "Bewegen und Aufbauen" bewiesen habe. Vielseitig erscheint auch die Persönlichkeit von Georg Fox, dessen Laudatio der Püttlinger Volkshochschul-Leiter Erich Keller übernommen hatte. Fox habe, sowohl in seinem Beruf als Leiter der Holzer Grundschule als auch als bildender und schreibender Künstler, zahlreiche Schwerpunkte gesetzt, die ihn und seine Heimat über die Grenzen des Saarlandes hinaus bekannt gemacht haben. Schließlich war es an Professor Hans Walter Herrmann, dem früheren Leiter des Landesarchivs, die Verdienste von Pfarrer Dr. Joachim Conrad aufzulisten. Herrmann erwähnte, als Historiker, die zahlreichen Veröffentlichungen Conrads zur Heimat- und Kirchengeschichte, vergaß aber auch dessen Bemühungen zur Ökumene nicht sowie Conrads Anstrengungen zum Erhalt der Martinskirche, unter anderem in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Denkmalstiftung "Historische Martinskirche". "Wir sind nur unnütze Knechte. Wir haben getan, was wir zu tun schuldig waren." Pfarrer Dr. Joachim Conrad

Auf einen Blick Das Ankerkreuz hat für die Stadt Püttlingen einen bedeutsamen historischen Hintergrund. Im Jahre 1768 verlieh Fürst Christian-Ludwig von Wied Runkel der Herrschaft Püttlingen ein eigenes Amtssiegel, das in Rot ein silbernes Ankerkreuz zeigt. Dieses Ankerkreuz geht zurück auf das Stammwappen der Kriechinger, zu deren Herrschaft Püttlingen in der Zeit von 1365 bis 1681 gehörte, es findet sich auch wieder im heutigen Püttlinger Stadtwappen. Das Püttlinger Ankerkreuz wird in Form einer Medaille verliehen. et