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Am Kloster schufteten erste Gastarbeiter

Am Kloster schufteten erste Gastarbeiter

Vor 60 Jahren war es, als zum ersten Mal eine größere Gruppe Gastarbeiter in Püttlingen im Einsatz war: Viele Portugiesen halfen beim Bau des Klosters Heilig Kreuz. Dies und mehr erfuhr man bei der Feier in Erinnerung an den ersten Spatenstich zum Bau des Klosters.

Sonntag morgen, beim Festgottesdienst in der Klosterkirche Heilig Kreuz: Das "Quartett Komplementaer" singt, der Bergmanns- und Unterstützungsverein nimmt, in festlicher Knappentracht, am Gottesdienst teil, ebenso die Nazarethschwestern als heutige Bewohnerinnen des Klosters. Äbte und Patres aus Tholey, Priester und Diakone aus der Region wirken mit. Viele Christen aus Püttlingen und Umgebung sorgen für eine proppenvolle Kirche.

Festliches Orgelspiel, fromme Lieder, die Predigt handelt vom Thema Entschleunigung, ansonsten dreht sich alles ums Klostergebäude an sich. Die Püttlinger erlebten als Zeitzeugen den ersten Spatenstich zur markanten Abtei am Ortsrand vor genau 60 Jahren. Pater Gerhard Stürmer, Rektor des Redemptoristenklosters in Trier, der selbst damals aus Baugeselle in Püttlingen mitgearbeitet hatte, präsentierte pünktlich zum Jubiläum eine Überraschung. Im Keller von Heilig Kreuz hat der Freundeskreis zum Erhalt des Klosters vor Monaten einen verstaubten Karton entdeckt. Sein Inhalt: Bilderrähmchen mit ganz vielen Dias, die bei den Bauarbeiten aufgenommen worden sind. Von fleißigen Helfern wurden die Rähmchen entstaubt, von kundigen Händen digitalisiert. Jetzt zeugen sie, obwohl leider etwas blaustichig geworden, in eindrucksvoller Weise vom Klosterneubau in den fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts. Ältere Püttlinger werden sich erinnern, dass dabei, zum ersten Mal in dieser Größenordnung, so genannte Gastarbeiter , darunter viele Portugiesen, zum Einsatz kamen. Pater Stürmer: "Die Begeisterung der Baugesellen, der freiwilligen Helfer und der Püttlinger Gastfamilien beim Bau des Klosters war überwältigend." Ergänzend zur Historienschau über die Baugeschichte präsentiert Sr. Jaseentha, heutige Oberin der Nazarethschwestern im Kloster Heilig Kreuz, eine Dokumentation zur Hostienbäckerei im Keller des Klosters.

Wie von der Saarbrücker Zeitung berichtet, fallen beim Ausstanzen der Hostien (nach dem strengen Codex Luris Canonici) Mehlabfälle an, die heute, unter dem Produktnamen Pana Gusta, für feine Koch- und Backrezepte Verwendung finden. Beispielsweise beim traditionellen Klosterfest am Sonntag, das von der Kardinal-Maurer-Gesellschaft Püttlingen in Verbindung mit Partnern (bei leider nicht optimalem Wetter) organisiert wurde: Dort offerierten die Hobbyköche des Kloster-Freundeskreises Hackbraten.

Ein Besuch des Püttlinger Klosters Heilig Kreuz, seines "Geistlichen Zentrums" und der benachbarten Kreuzkapelle aus dem frühen Mittelalter lohnt immer. Dort kann auch das erwähnte Produkt Pana Gusta gekauft werden.

60-Jahr-Feier im Kloster, von links: Schwester Margret, Oberin Jaseentha, Schwester Pia, Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer, Werner Backes, Pater Gerhard Stürmer, Pater Wendelin, Oberin Agnella Neuses. Foto: Jenal Foto: Jenal

kloster-heilig-kreuz.de