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Am ersten Sonntag im Jahr gibt's Klassik

Das Orchestre Symphonique SaarLorraine gestaltete das Neujahrskonzert in der Kulturhalle Heusweiler. Die Leitung hatte Götz Hartmann. Foto: Andreas Engel
Das Orchestre Symphonique SaarLorraine gestaltete das Neujahrskonzert in der Kulturhalle Heusweiler. Die Leitung hatte Götz Hartmann. Foto: Andreas Engel
Heusweiler. Es hat Tradition in Heusweiler, dass man sich am ersten Sonntagabend des Jahres in der meist voll besetzten Kulturhalle am Markt klassische Musik von Mozart, Haydn und Strauß zu Gemüte führt Von SZ-Mitarbeiter Andreas Lang

Heusweiler. Es hat Tradition in Heusweiler, dass man sich am ersten Sonntagabend des Jahres in der meist voll besetzten Kulturhalle am Markt klassische Musik von Mozart, Haydn und Strauß zu Gemüte führt. So auch vergangenen Sonntag, als wie schon im Vorjahr das von Götz Hartmann geleitete Symphonieorchester Saar Lorraine (Orchestre symphonique SaarLorraine) mit gekonnt vorgetragener Klassik zu Gast war.


Mehr Stühle mussten her



Der Saal war voll mit erwartungsfrohen Musikfreunden, und so musste Bürgermeister Thomas Redelberger noch bis unmittelbar vor Konzertbeginn Stühle aus den Katakomben der Kulturhalle am Markt in den Veranstaltungssaal bringen lassen. Kaum hatte dann jeder seinen Platz gefunden, begrüßte er die Gäste voller Vorfreude: "Ich freue mich schon auf dieses Konzert." Auch das Jahr über müssen die Kulturfreunde der Gemeinde nicht darben, Redelberger kündigte den Konzertkalender des jungen Jahres an, der in der Konzertpause verteilt wurde (Bericht dazu folgt).

Mit dem geistreichen "Allegro con spirito" eröffnete das Orchester den Konzertabend. Aus Mozarts Feder auch das zweite Stück des Abends: Die Arie des Kerubino aus Figaros Hochzeit. Den Gesangsteil übernahm dabei Sopranistin Antoinette Jana. Eine Sopranarie für eine männliche Opernfigural? Diringent Hartmann konnte aufklären: "Es handelt sich dabei um eine Hosenrolle." Dieser Begriff steht in der Opernwelt eben für diesen Fall, dass eine singende Schauspielerin in Hosen eine männliche Rolle darstellt. Eine weibliche Arie gab sie dann später auch noch zum Besten: Nämlich die Arie der Fiordiligi aus Haydns "Cosi fan tutte". Einer Oper, in der zwei vermeintlich treue Pärchen durcheinander gewirbelt werden, wie Hartmann als Moderator des Abends erläuterte.

Musiker drängen in erste Reihe

"Wir verstehen uns als Amateur-Orchester, das sich mit Solisten verstärkt", sagte Hartmann zu seinem Orchester. Hin und wieder drängen also Musiker in die erste Reihe, wie Franziska Dreßen mit ihrer Oboe, um die klassischen Werke mit ihren Soli zu bereichern. Übrigens war sich Hartmann auch nicht zu schade, gelegentlich den Dirigentenstab abzugeben und ins zweite Glied zu rücken. So tauschte er unter anderem mit Violinist Benedict Guntermann die Rolle.