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Alte Technik fliegt jetzt raus

Ganz schön mühsam, alte Chemiesaal-Tische aus dem Haus zu schaffen. Hier bugsieren Norbert, Ingolf und Winfried Bach (von links) ein solches Möbel treppab. Insgesamt werden derzeit 440 000 Euro in das Gebäude und die Ausstattung des Völklinger Kaschnitz-Gymnasiums investiert. Da es im Köllertal kein Gymnasium gibt, besuchen auch viele Kinder und Jugendliche aus dem Köllertal das nahe Püttlingen gelegene Gymnasium. Foto: Jenal
Ganz schön mühsam, alte Chemiesaal-Tische aus dem Haus zu schaffen. Hier bugsieren Norbert, Ingolf und Winfried Bach (von links) ein solches Möbel treppab. Insgesamt werden derzeit 440 000 Euro in das Gebäude und die Ausstattung des Völklinger Kaschnitz-Gymnasiums investiert. Da es im Köllertal kein Gymnasium gibt, besuchen auch viele Kinder und Jugendliche aus dem Köllertal das nahe Püttlingen gelegene Gymnasium. Foto: Jenal FOTO: Jenal
Vöklingen. Wasserleitung, Chemiesaal-Einrichtung, EDV: All das hatte im Völklinger Marie-Luise-Kaschnitz-Gymnasium, das auch von vielen jungen Leuten aus dem Köllertal besucht wird, schon etliche Jahre auf dem Buckel. Jetzt wird erneuert – in den Ferien sind die Bauarbeiter da. Andreas Lang

Bizarr hängt die Wasserleitung von der Decke. Sie ist alles, was von der inzwischen völlig entkernten Toilette übrig geblieben ist. Die Kacheln - alle weg. Waschbecken und Armaturen auch. Ebenso die Abwasserrohre. Nur die alte Leitung hängt noch im Zickzack im Raum und zeigt den Weg, auf dem sie das Spülwasser über Jahrzehnte in die Keramik geleitet hat. Bis Schüler und Lehrer aus den Sommerferien zurück kommen, soll auch die Leitung Geschichte und das neue Klo fertig sein. "Die Schule wird insgesamt mehr Toiletten bekommen", informiert Kerstin Blum, die als Bauleiterin des Regionalverbandes für die sommerlichen Schulumbauten, wie hier am Marie-Luise-Kaschnitz-Gymnasium, verantwortlich ist.


Radikaler Schnitt

Auch der einstige Chemiesaal ist komplett entkernt, er wird wie auch der Vorbereitungsraum für die chemischen Versuche neu gebaut. Zum einen, weil alles in die Jahre gekommen ist. Wie der Linoleumteppich, der bereits vor der Schultür darauf wartet, endgültig entsorgt zu werden. Außerdem wird alles nach den geltenden Normen und Unfallschutzvorschriften aufgebaut. Und das macht eben diesen radikalen Schnitt notwendig.



Auch die EDV-Anlage des MLK wird auf den aktuellen Stand der Technik gebracht. Das bringt es auch mit sich, dass allerhand Netzwerkkabel (LAN-Kabel, Local Area Network) neu verlegt werden und der Serverraum saniert wird.

Draußen ist das bis zum Dach reichende Gerüst deutliches Zeichen für den laufenden Umbau. Dabei ist ein Großteil des Gerüstmaterials noch nicht aufgebaut. "Wenn alles aufgebaut ist, wird das Gebäude komplett eingerüstet sein", erklärt Bauleiterin Blum.

Rücksicht auf Ferien-Betreuung

Das Gerüst rundum muss sein, weil - wie am Albert-Einstein-Gymnasium (AEG) einige hundert Meter entfernt - am Dach gearbeitet wird. Am MLK werden die Dacharbeiten über die Ferien hinaus dauern, sagt Blum. Durchdacht will auch die Absicherung der Außenbaustelle sein. "Denn die Schulen sind heutzutage nicht mehr wie früher über Wochen komplett leer", weiß die Expertin. "Da hinten hält sich die Gruppe der Ferienbetreuung auf", sagt sie und zeigt auf die Sitzbänke im Außenbereich. Die unter der Arkade dürften sie auch benutzen, sagt sie. Zwar steht davor ein Bauzaun; darin sei aber absichtlich eine Lücke gelassen.

Die Bereiche, in denen gerade gearbeitet wird oder Baumaterial lagert, sind dagegen völlig umschlossen und für Schüler unzugänglich. "Außer Lehrern und wenigen anderen hat ja heute kaum noch jemand sechs Wochen Urlaub, um sich die ganzen Ferien über um die Kinder zu kümmern", kommentiert Blum die nicht mehr ganz leeren Schulgebäude.

Da es am MLK an diesem Bautag relativ ruhig zugeht und fast alles im Plan liegt, macht sie sich auf ins AEG, um dort nach dem Rechten zu sehen. Nicht nur in den Gymnasien wird saniert: Über fünf Millionen Euro investiert der Regionalverband Saarbrücken in diesen Sommerferien an zusammen 40 weiterführenden und berufsbildenden Schulen sowie Förderschulen (die Grundschul-Gebäude liegen nicht in der Zuständigkeit des Regionalverbandes, sondern in der Verantwortung der jeweiligen Stadt oder Gemeinde). Das Gesamtvolumen für Unterhalt und Investitionen an den Regionalverbands-Schulen beträgt im laufenden Jahr 14,2 Millionen Euro.

Beim Völklinger Marie-Luise-Kaschnitz-Gymnasium werden die Toiletten erneuert, die EDV (elektronische Datenverarbeitung ) modernisiert, der Chemiesaal komplett neu gestaltet, was zusammen 90 000 Euro kostet. Das Dach neu abzudichten, kostet 350 000 Euro - zusammen gerechnet also 440 000 Euro.