Damit mehr Menschen lesen lernen Bücherleine weist aufs Thema hin

Püttlingen · Das Mehrgenerationenhaus in Püttlingen hat dem Analphabetismus den Kampf angesagt.

 Claudia Ney (Dritte von links) leitet das Projekt „Bücherleine“ im Mehrgenerationenhaus in Püttlingen. Unser Bild zeigt den Stand vor dem Püttlinger Rathaus. Von links: Niklas Zapp, Elisabeth Ott, Joanna Ostoic, Horst Büch und Franz Hirtz.

Claudia Ney (Dritte von links) leitet das Projekt „Bücherleine“ im Mehrgenerationenhaus in Püttlingen. Unser Bild zeigt den Stand vor dem Püttlinger Rathaus. Von links: Niklas Zapp, Elisabeth Ott, Joanna Ostoic, Horst Büch und Franz Hirtz.

Foto: Andreas Engel

„Trau Dich! Es ist nie zu spät. Lerne lesen und schreiben!“: Das schreibt das saarländische Ministerium für Bildung und Kultur. Jeder zehnte erwachsene Saarländer kann’s nicht – richtig lesen, schreiben, rechnen. Das Mehrgenerationenhaus (MGH) Püttlingen möchte gegensteuern, mit einem Programm (die SZ berichtete).

Was aber soll eine Bücherleine? Das wollten wir am Freitag, vor dem Rathaus, von der Projektleiterin Claudia Ley wissen. „In erster Linie geht es uns darum, noch einmal auf das Problem aufmerksam zu machen“ antwortet die Erziehungswissenschaftlerin Ley. Sie räumt ein, dass es nicht leicht ist, Betroffene in die Sprechstunde oder gar in den ABC-Kurs zu bringen, aus Unkenntnis, Scham, Angst oder anderen Gründen. „Das funktioniert eigentlich nur über Mund-zu-Mund-Propaganda“, sagt Ley und appelliert in diesem Zusammenhang an die Bevölkerung zu helfen. „Beinahe jeder kennt einen Betroffenen und könnte es sich zur Aufgabe machen, diesen in unsere Sprechstunde zu begleiten“, sagt Ley, die an jedem ersten Dienstag im Monat zwischen 14 und 16 beziehungsweise an jedem vierten Freitag im Monat zwischen 10 und 12 Uhr in ihrem Büro im MGH, Völklinger Straße 14, Rat weiß, wie Betroffene ihren Schwächen beim Lesen, Schreiben, Rechnen begegnen können.

Am Püttlinger Rathaus haben Ley und ihre Kolleginnen gut damit zu tun, das Bücherregal für das MGH zu füllen. Beinahe jeder Besucher hat den SZ-Text gelesen und bringt Lesematerial mit. Im Regal stehen Krimis wie „Der große Fischzug“ oder Henning Mankells „Die fünfte Frau“, Pumuckl-Bilderbücher, Bildbände zu Eifel oder Westerwald, Landlust-Magazine, Liebesromane wie „Abgründe des Herzens“ oder Sachbücher etwa aus der Feder von Bundespräsident Frank Walter Steinmeier. Ley: „Kommt alles in unser Mehrgenerationenhaus, zu den anderen kostenlosen Regalen zum Tauschen oder einfach zum Mitnehmen mit oder ohne Spende.“ „Find’ ich klasse, eure Aktion“, sagt Besucherin Pia Kammer, Franz Hirtz ermutigt die Mitarbeiter des MGH: „Macht weiter so mit euren tollen Angeboten!“

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