Abschied mit Wehmut

Mehr als 20 Jahre haben die Grünen Damen ehrenamtlich die Bewohner des Püttlinger Altenheimes St. Augustin besucht, Gespräche geführt und kleine Besorgungen gemacht. Damit ist nun Schluss, berichtet Pfarrer Conrad.

"Im Altenheim St. Augustin ist eine Ära zu Ende gegangen. Die Grünen Damen haben altersbedingt ihren Posten verlassen müssen", berichtet Professor Joachim Conrad, Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Kölln. Mehr als 20 Jahre haben die Frauen nach Conrads Worten ehrenamtlich die Bewohner des Heimes besucht, Gespräche geführt und kleine Besorgungen gemacht. Der lindgrüne Kittel, den sie in ihrem Dienst trugen, gab ihnen den Namen "Grüne Damen". "Wir haben Tränen abgewischt und miteinander herzlich gelacht, wir haben gemeinsam geschwiegen und mit Spielen miteinander Zeit verbracht", sagt Maria Leinenbach, die bis auf ein Jahr Einsatzleiterin des Ehrenamtlichenkreises ist, der in seinen besten Zeiten aus mehr als 15 Personen bestand.

Aber nicht nur die Besuche zeichneten die Arbeit der Ökumenischen Altenheimhilfe, wie es korrekt heißt, aus. "Wir haben für die Indienmission der Hospitalmönche zahllose Basare veranstaltet, wir haben Handarbeiten für den Verkauf gemacht und immer wieder gesammelt: Von Spenden angefangen bis zu Flohmarktartikeln", erinnert sich Maria Leinenbach.

Fortgebildet wurden die Grünen Damen durch die jeweils zuständige evangelische Heimseelsorge. Da gab es Kurse zum "Zuhören-lernen" und zum Sprechen. Da gab es geistliche Anleitung, um am Leben und Leiden der alten Menschen Anteil zu nehmen, aber auch Rüstzeug, um den Tod der anvertrauen Menschen zu verarbeiten. "Das ist ein großer Unterschied zwischen uns und den Grünen Damen im Krankenhaus: Dort ist das Ziel, das alle mehr oder weniger gesund das Haus verlassen. Auch ist die Verweildauer oft kurz. Im Altenheim begleitet man die Menschen über Jahre und weiß, dass sie einem durch den Tod genommen werden. Dann hat man eine Beziehung aufgebaut und erlebt selbst Trauer, wenn einer stirbt." Und doch, so betont die scheidende Leiterin, "es hat uns immer Freude gemacht, und wir haben den Menschen gerne gedient. Wir werden viele vermissen."

Die Köllerbacherin Maria Leinenbach, die für ihre Tätigkeit 2007 die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland erhielt, und ihr Team seien alt geworden, sagt Pfarrer Conrad. "Sie spüren, dass sie den Menschen nicht mehr gerecht werden können und ziehen sich nun selbst aufs Altenteil zurück. Es ist ein Abschied mit Wehmut."