Das Abenteuer beginnt: Püttlinger Schülerin geht ein Jahr an eine amerikanische High-School: Abenteuer USA: Ein Jahr nach Yorktown

Das Abenteuer beginnt: Püttlinger Schülerin geht ein Jahr an eine amerikanische High-School : Abenteuer USA: Ein Jahr nach Yorktown

In einer Woche ist es so weit: Dann hebt Celine Michelle Steil aus Püttlingen, 17 Jahre jung, in Frankfurt ab, um ein Jahr eine amerikanische High-School in Yorktown, Virginia, zu besuchen. Mit Abi wäre es wohl einfacher gewesen, doch Celine hat gezeigt: Auch mit Realschulabschluss kann man sein Ziel „ein Jahr USA“ erreichen.

Celine Michelle Steil aus Püttlingen zählt schon die Tage. Denn am 8. August geht es endlich los – ihr großes Abenteuer: ein Jahr USA. Mit im Gepäck hat die ehemalige Schülerin der Saarbrücker Willi-Graf-Realschule neben Sommerklamotten und Gastgeschenken auch Erinnerungen an ihre Freundinnen daheim und die „gute deutsche Schokolade“ gegen Heimweh und schlechte Laune. Doch beides, so schätzt sie sich selbst ein, wird wohl nicht aufkommen. Viel zu lang und intensiv hat sie sich um ein Auslandsjahr nach dem Mittleren Bildungsabschluss bemüht. Denn, das weiß auch ihre Mutter Astrid Steil, Realschülern wird ein Auslandsaufenthalt – ein Jahr in Amerika – sehr schwer gemacht.

Doch mit der passenden Organisation und der Unterstützung ihre Schule im Rücken konnte sich die Schülerin behaupten, Auslands-Bafög gibt’s zum Glück obendrauf. Wie sie das alles geschafft hat, das hat sie in kleinen Videos festgehalten, die sie bei YouTube veröffentlicht, um so auch anderen Schülern aus der Realschule Mut zu machen.

Bereits vor vier Jahren, erinnert sich Celine Michelle, die im Januar in den USA ihren 18. Geburtstag feiern wird, hat sie zum ersten Mal die Idee gehabt, nach Amerika zu gehen. „Ich habe mir Infomaterial aus dem Internet bestellt und mich intensiv eingelesen“, erzählt sie. Schließlich, vor knapp zwei Jahren, ist sie mit ihrem Wunsch erstmals bei ihrer Mama rausgerückt – und auf vollstes Verständnis gestoßen „Diese Chance soll sie auf jeden Fall ergreifen“, betont Astrid Steil, auch wenn es ihr beim Gedanken an den Abschied am Frankfurter Flughafen schon jetzt ein wenig mulmig wird. Geholfen hat den beiden der Kontakt zur Gastfamilie in Yorktown in Virginia.

Sowohl mit den Gasteltern als auch mit der ein Jahr älteren Gastschwester hat sie sich mehrfach ausgetauscht. „Und ich hatte Kontakt zu ehemaligen Gastschülern, sie alle schwärmen von der Familie“, sagt die Schülerin. Sie macht sich eher Gedanken um den ersten Schultag an der High-School: „Ich glaube schon, dass ich dann aufgeregt sein werde“, verrät sie.

Noch bleiben der 17-Jährigen ein paar Tage in ihrer vertrauten Umgebung, es geht ans Koffer packen und sich verabschieden. „Am Anfang habe ich meine Freundinnen mit dem Gespräch schon ein wenig genervt, doch jetzt kommen alle und sind ganz traurig, dass es bald so weit ist“, sagt sie.

Gut vorbereitet fühlt sie sich durch ihre Saarbrücker Schule, zudem liegt ihr die englische Sprache, sie ist offen und geht gerne auf Menschen zu. Ob die Mama sie in den elf Monaten in Yorktown besuchen wird, steht noch nicht fest. „Wir waren an Ostern in Florida, es hat mir schon gut gefallen, die Leute sind dort viel lockerer als bei uns“, sagt Astrid Steil. Angst vor Attentaten oder sonstigen Ereignissen haben beide nicht. So sagt Celine Michelle: „Wir glauben beide, dass für jeden die Zeit läuft. Und wenn die abgelaufen ist, passiert es. Wenn man Angst hat, dürfte man nirgends mehr hingehen.“

Und wie geht es jetzt weiter?  Celine Michelle Steil wird sich aus Yorktown per E-Mail auch bei der SZ-Redaktion Köllertal melden und von ihren Erlebnissen in den USA berichten.

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