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Rokko del Schlacko: Ab morgen rockt das Köllertal

Rokko del Schlacko : Ab morgen rockt das Köllertal

Bis zu 18 000 Besucher täglich werden beim Rocco del Schlacko erwartet. Wir waren beim Aufbau am Sauwasen dabei.

„Das rockt mich jedes Jahr mehr“, sagt Thilo Ziegler. Sein Name gehört untrennbar zum Rocco del Schlacko. Der begann 1999, ziemlich klein – der Reporter war damals dabei – auf dem HSV-Gelände Püttlingen, am Fuß der Püttlinger Bergehalde. Die nennt der Volksmund „Monte Schlacko“, was dem Musikfestival seinen Namen gab.

Jetzt spielen 30 Bands an drei Tagen auf dem Köllerbacher Sauwasen. Täglich werden bis zu 18 000 Besucher erwartet. „Unser Büro beschäftigt ganzjährig fünf bis sechs Mitarbeiter mit der Planung“, schildert Ziegler. Die Verpflichtung der Bands und die Zusammenstellung des Programms haben über ein Jahr Vorlauf. Schon vor Weihnachten wird bestellt, was vor Ort so alles gebraucht wird. Juli und August wird dann gebaut. Das Zauberwort heißt „delegieren“: Auf etwa 30 Einsatzleiter verlässt sich das Veranstalter-Unternehmen Presented for People. Am Montag waren gut 200 weitere Helfer im Einsatz. Der Platz und seine Umgebung zeigten sich noch als Riesenbaustelle: Hämmern, sägen, akkuschrauben, und die Kühlung brummt dazu. Im Cateringzelt gibt’s Kaffee, Kuchen, Schnittchen und Mittagessen für die Helfer. An die 30 Diesel-Kipperfahrzeuge, klein, flink, wendig, flitzen kreuz und quer über den Platz. Ein Fahrer bringt versehentlich die Kupplung zum Krachen: „Gruß vom Getriebe!“, veräppeln ihn seine Kollegen. Ein Walkie-Talkie eines anderen Mitarbeiters plärrt los: „Alex, wo bist du? Was liegt an? Was machen wir zuerst?“ Nebenan schwebt ein riesiger blauer Container herab, gehalten von vier Stahlseilen an einem Kran. Radlader piepsen im Rückwärtsgang. Die Routine ist spürbar, verlassen darf man sich aber nicht auf sie: „Jedes Jahr, bei gleichem Aufbau, ist zu 20 Prozent alles anders“, sagt Ziegler.

Die recht unterschiedlichen Bands stellen Ansprüche, die es mitunter in der jeweiligen Form noch nie gab. Das Wetter ist und bleibt unberechenbar. „Erinnern Sie sich: 2006 und 2008 hatten wir dermaßen heftige Regenfälle, dass sie das ganze Gelände in eine Schlammwüste verwandelt haben. 2011 war eine Bullenhitze, das war noch viel unangenehmer. Und Gewitter gab’s auch schon“, sagt Ziegler.

Jahr für Jahr wird auch am Sicherheitskonzept gefeilt, kein Wunder nach den schlimmen Dingen, die bei – glücklicherweise sehr, sehr wenigen – Großveranstaltungen andernorts passiert sind. Beim Auftakt-Rocco 1999 hatte die Polizei (bei nur wenigen Hundert Zuschauern) einen einzigen Einsatzwagen am HSV-Gelände postiert. Heute wäre ein dermaßen kleiner Einsatz undenkbar. So hat die  Polizeiinspektion Köllertal in Zusammenarbeit mit anderen beteiligten Stellen und dem Veranstalter nicht nur ein eigenes Sicherheitskonzept entwickelt, sondern auch ein Kommunikationszentrum am Rande des Festivalgeländes eingerichtet.

„Wir sind auf alle Eventualitäten vorbereitet und hoffen, wie jedes Jahr, auf eine störungsfreie  Veranstaltung“, sagt Ziegler, der sich nach eigenen Worten „tierisch“ auf drei Tage Rock freut. Wie immer gilt: Nach dem Rocco ist vor dem Rocco! Denn bereits jetzt wird am Programm für das Jahr 2018 gearbeitet.

Rocco-Veranstalter Thilo Ziegler (Presented for People GmbH) kann – und muss – sich auf viele Helfer verlassen. Foto: BeckerBredel
Die Band Rise Against aus Chicago/USA ist am Samstag die Haupt-Band auf dem Rocco – wobei der Foto-Hintergrund kein Omen sein soll.

Weiterer Bericht: Seite B 1; Bericht zum Sicherheitskonzept der Polizei in der morgigen Ausgabe.