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Köllertaler Klimaradler
Zwei Köllertaler und „’s Häsje“ auf Klimatour

Auf der Ostseeinsel Fehmarn besuchten die „Köllertaler Klimaradler“ Carmen und Bodo Groß den Jimi-Hendrix-Gedenkstein.
Auf der Ostseeinsel Fehmarn besuchten die „Köllertaler Klimaradler“ Carmen und Bodo Groß den Jimi-Hendrix-Gedenkstein.
Püttlingen. Carmen und Bodo Groß kommen auf ihre 5000-Kilometer-Radtour entlang der deutschen Grenzen gut voran.

„Die Köllertaler Klimaradler kommen gut voran“, schreibt Kulturbahnhof-Geschäftsführerin Heike Kolling-Krumm in einer Pressemitteilung. Weit über die Hälfte der 5000-Kilometer-Radtour rund um Deutschland ist bereits geschafft. Derzeit durchqueren sie, ganz im Süden Deutschlands, Oberalgäu in Bayern.


Anfang August starteten Bodo und Carmen Groß ihre Radtour entlang der deutschen Grenzen, „um damit den Bahnhof Püttlingen auf dem Weg zum ersten klimaneutralen Industriedenkmal im Saarland zu unterstützen“, so Kolling Krumm (wir berichteten). Der Start war am 5. August um 10.15 Uhr in Riegelsberg erfolgt. Die erste Etappe führte die beiden Radfahrer nach Palzem an der Mosel und dann entlang der Sauer bis Winterspelt. Inzwischen haben sie bereits Frankfurt an der Oder in Brandenburg hinter sich gelassen.

Heike Kolling-Krumm berichtet: „Die 5000 Kilometer lange Radtour ist schon bei normalen Wetterbedingungen eine beachtliche sportliche Herausforderung. Die ersten Tage verlangten alles. Bei Temperaturen von über 35 Grad ging es durch die bergige Eifel in Richtung Aachen. Von Roermond an der holländischen Grenze fuhren sie dann entlang der Maas gegen Norden.“ Am 12. August, also nach einer Woche und etwa 1000 Kilometern, waren die beiden Radfahrer bereits in Leezdorf an der Nordsee angekommen.



Im Tagebuch der Radler findet sich folgende Zusammenfassung der ersten Woche: „Halbe Tube Voltaren verbraucht, einmal Klamotten gewaschen, Carmens Federgabel zweimal repariert, einmal Bremsbeläge gewechselt …“ Ständiger Begleiter der beiden Radler ist „’s Häsje“ – ein Stoffhase als Maskottchen. Das Gepäck in ihren Rucksäcken haben die beiden Radfahrer zwar auf sieben Kilo beschränkt. Doch für ’s Häsje wurde noch ein Plätzchen gefunden. Es erzählt im Tagebuch so manches Mal in der Ich-Form die Geschehnisse auf der Fahrt, etwa: „Hallo, heute musste ich mal wieder die notwendigen Reparaturen überwachen. Ich glaube, Menschen und Geräte haben erste Ausfallerscheinungen .... nix gewöhnt, pffft. Ich bin nach 14 Tagen immer noch fit wie der junge Frühling!“ ’s Häsje ist auch auf vielen Fotos zu sehen und hat bereits eine eigene Fangemeinde im Internet.

Die Klimaradfahrer trotzten nicht nur dem heißen Wetter. Das Kontrastprogramm mit Sturmböen und Gewitter war ebenfalls auf ihrer Tour vertreten. Und gefeiert wurde auch: Am 20. August verbrachten das Ehepaar ihre Silberhochzeit in Lübeck. Zudem reichte die Zeit dann noch für Abstecher auf die Inseln Fehmarn und Rügen. Auf Fehmarn besuchten die Radler den Gedenkstein für Jimi Hendrix. Denn kurz vor seinem Tod hatte er hier beim „Love and Peace-Festival“ sein letztes Open Air-Konzert gegeben.

Von Stralsund aus sind sie über Usedom auf dem Oder-Neiße-Radweg bis nach Frankfurt/Oder und dann nach Forst gelangt. Dort haben sie mit 2500 Kilometer die Hälfte der Strecke geschafft. „Erfreulicherweise ohne größere Blessuren“, so Heike Kolling-Krumm.

Im Landkreis Görlitz in Sachsen haben Bodo und Carmen Groß dann auch den östlichsten Punkt von Deutschland erreicht. Er ist auf einem Stein in der Gemeinde Neißeaue markiert. Die beiden Radsportler haben auf ihrer Radtour entlang der deutschen Grenze zudem die Nachbarländer Frankreich, Luxemburg, Belgien, Holland, Dänemark und Polen besucht. Am 5. September wurde dann auch die 3000-Kilometr-Marke geknackt.

Die bergige Fahrt durch Bayern, wo die Radler auch durch Garmisch kamen, geht inzwischen ganz schön in die Beine. Dennoch sind „’s Häsje“ und seine Begleiter guter Dinge, dass sie Ende September – möglicherweise am 25. – wieder im Saarland ankommen.

Der dritte „Mann“ im Radler-Bunde, „’s Häsje“, am östlichsten Punkt von Deutschland in der Gemeinde Neißeaue in Sachsen.
Der dritte „Mann“ im Radler-Bunde, „’s Häsje“, am östlichsten Punkt von Deutschland in der Gemeinde Neißeaue in Sachsen.
„’s Häsje“ ist auch zu Schabernack aufgelegt und klettert während der Klima-Radtour auf ein Schild an der deutsch-polnischen Grenze.
„’s Häsje“ ist auch zu Schabernack aufgelegt und klettert während der Klima-Radtour auf ein Schild an der deutsch-polnischen Grenze.
(mr)