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Wunderbare Wanderung
3000 Kilometer für Bolivien

Auf Schusters Rappen durch Püttlingen: Die Aktion 33 hatte am Samstag zur Benefizwanderung für Bolivien eingeladen. Die Wanderer laufen hier gerade durch den Stadtpark, am Püttlinger „Hexenturm“ vorbei, im Hintergrund die Pfarrkirche St. Sebastian („Köllertaler Dom“).
Auf Schusters Rappen durch Püttlingen: Die Aktion 33 hatte am Samstag zur Benefizwanderung für Bolivien eingeladen. Die Wanderer laufen hier gerade durch den Stadtpark, am Püttlinger „Hexenturm“ vorbei, im Hintergrund die Pfarrkirche St. Sebastian („Köllertaler Dom“). FOTO: Walter Faas
Püttlingen. Bestes Wetter und viel Lob: Die Püttlinger Aktion 33 hatte zur Benefiz-Sternenwanderung eingeladen. Von Walter Faas

Zwischen Deutschland und Bolivien liegen rund 10 000 Kilometer. 90 Püttlinger kamen schon mal fast 3000 Kilometer näher, und das an einem einzigen Vormittag und zu Fuß – jedenfalls wenn man ihre Wander-Kilometer zusammenzählt: Die Püttlinger Aktion 33, die Spenden für Bolivien sammelt, hatte am Samstag zur Benefiz-Sternenwanderung eingeladen.


Jedes Jahr im Frühling unterstützt die der Hilfsverein Aktion 33 mit der Sternenwanderung das Dorf Sopachuy in den bolivianischen Anden. Hilfe bekam die Aktion 33 dabei vom Geistlichen Zentrum im Kloster Heilig Kreuz, vom Wander- und Unterhaltungsverein Edelweiß und vom Vorstand der Volksbank Westliche Saar Plus. Bei schönstem Frühlingswetter kamen gut 90 Teilnehmer und fanden die Idee prima. Sie machten sich am Samstagmorgen auf die Wander-Socken und schwärmten in verschiedene Richtungen aus – lohnende Ziele gab es allemal.

Der Wanderer mit der vermutlich weitesten Anreise dürfte Andreas Laucks gewesen sein, der gerade ein paar Tage in Püttlingen zu Besuch bei seinen Freunden Mechthild und Günter Baltes ist. Laucks kommt selbst aus einer Touristik-Premium-Gegend, „dem Ländle am Bodensee“, und er findet das Köllertal sehenswert: „Diese Büffel im Wiesenpfädchen, diese begehbare Halde, die ihr ‚Monte Schlacko’ nennt, euer schönes Hallenbad, die Gastronomie – gefällt mir.“



Vor dem Start der Wanderung schrieben sich die Teilnehmer im Pilgersaal des Klosters ein. Dann noch schnell ein Gruppenbild, und los ging’s in drei Wandergruppen – je nach Fitness, um entweder zum Saarländischen Uhrenmuseum zu gelangen, oder zur Wendalinus-Kapelle in Köllerbach-Etzenhofen oder zum „Gipfelglück mit Gipfelblick“ auf den erwähnten Monte Schlacko, alles mit Führung und sachkundigen Erläuterungen.

„Augenblicke des Innehaltens“ hatten die Initiatoren das Erlebnis bezeichnet. Dazu gab die erwachende Natur, der Dialog mit Gleichgesinnten und der Hinweis auf die Menschen im fernen Bolivien Anlass genug. Mit dem Erlös aus der Sternwanderung – aus Spenden und dem Verkauf von Getränken, Kuchen und Erbsensuppe – unterstützt die Aktion 33 aktuell den Neubau des Internats „San José“ in Sopachuy. Dort, in einer Höhe von rund 2000 Metern über dem Meeresspiegel, kümmern sich unter anderem Josefsschwestern um die Schulbildung von Kindern und Jugendlichen. Peter Ziegler, Vorsitzender der Aktion 33: „Das bestehende Internat, noch aus Lehm gebaut, war in die Jahre gekommen. Heute bauen wir dort nach europäischem Standard. Das kostet natürlich, so dass wir für jede Spende, wie hier durch die Wanderer und die Volksbank, die jeden Kilometer in bare Münze umwandelt, sehr dankbar sind.“

Und von den Wanderern gab’s Lob für die Tour und die Organisatoren. So sagte etwa Andreas Becker: „Toll organisiert. Beeindruckende Infos zur Kapelle, ein echtes Erlebnis.“ Und Gerhard Müller freute sich: „Tolle Fernsicht von der Bergehalde bei Herrgottswetter. Das war ein erster Höhepunkt im Wanderfrühling.“ Eugen Meletzki, der mit der „Uhrenmuseum-Gruppe“ unterwegs war, lobte besonders die „kompetente Führung zur Geschichte der Zeitmessung. – Ich habe gar nicht gewusst, dass es in Püttlingen so ein tolles Museum gibt.“

www.aktion33.de

Gruppenbild der Wanderer vor dem Start.
Gruppenbild der Wanderer vor dem Start. FOTO: Walter Faas