Protest gegen Rodung von Bäumen in Gersweiler geht weiter

Protest gegen Rodung von Bäumen in Gersweiler : Linke wollen Firma Woll umsiedeln

Die Linke Fraktion unterstützt das Ansinnen einer Bürgerinitiative, die die Rodung des Waldes verhindern will – und versucht gleichzeitig, Arbeitsplätze zu erhalten.

Roland Fecht und Renato Barachino sehen ihre und die Arbeit ihrer Bürgerinitiative „Pro Wald“ „mutwillig sabotiert“. Ein Transparent der Initiative, die gegen die Rodung eines Waldes zur Erweiterung der Firma Woll in Gersweiler kämpft, ist erst abgerissen, dann, als es wieder aufgehängt wurde,  gestohlen worden. Auch „Plakate, Schilder sowie Symbole des friedlichen Protests wurden zerstört“, berichten Barachino und Fecht.

„Gerade in diesen Tagen, in denen verschiedene Medien an die Bedeutung des 9. Novembers als ,Schicksalstag’ in der deutschen Geschichte erinnern, und der friedliche Protest in der ehemaligen DDR hervorgehoben wird, ist es umso bedauerlicher, wenn eines der wesentlichen Grundrechte, nämlich die freie Meinungsäußerung, offensichtlich missachtet und mit Füßen getreten wird“, heißt es in einer Erklärung der Initiative. Man werde „dennoch den aktiven Protest mit allen friedlichen Mitteln weiterführen“.

Unterstützung bekommt die Initiative dabei von der Linken-Fraktion in der Regionalversammlung. „Nach unserer Auffassung ist es möglich, sowohl die Arbeitsplätze als auch den Wald zu retten“, sagt deren Fraktionsvorsitzender Jürgen Trenz. Durch eine „Verlagerung der Firma Woll“ innerhalb des Regionalverbands „könnten beide Ziele erreicht werden“, sagt Trenz. Dabei solle die Firma Woll - auch finanziell - unterstützt werden, „um den Umzug ohne nennenswerte Belastungen umsetzen zu können“.

„In Kooperation mit der Regionalplanung des Regionalverbandes sollte es möglich sein, eine räumliche Lösung zu finden, die auch langfristig zusätzliche Erweiterungen möglich macht“, sagt Trenz. Dies sei am jetzigen Standort „ohne massive Konflikte kaum denkbar“. Die Regionalentwicklung des Regionalverbandes könne über das Flächen- und Immobilienportal aufzeigen, wo im Großraum Saarbrücken geeignete Flächen vorhanden und kurzfristig verfügbar seien. Die Linke begrüße die Entwicklung der Firma Woll „ausdrücklich, da hier ein innovatives  Unternehmen hochwertige, auf lange Sicht angelegte Arbeitsplätze schaffen wolle“. Insofern müssten Lösungen gefunden werden, die diese langfristigen Entwicklungen berücksichtigten. Durch die notwendige Diskussion um die Änderung des Flächennutzungsplans habe die Diskussion den für den Flächennutzungsplan zuständigen Regionalverband erreicht.