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Protest gegen Abholzaktion für eine Firmenerweiterung in Gersweiler

Proteste gegen geplante Abholzaktion : Der Kampf um den Gersweiler Wald geht weiter

Bürger setzen sich nach wie vor dafür ein, ein Waldstück bei Gersweiler zu erhalten. Obwohl ein Unternehmen dort grünes Licht für seine Erweiterungspläne hat, sehen die Kritiker noch eine Alternative zum geplanten Abholzen.

Die Politik hat zugestimmt. Das Unternehmen Woll will nicht nachgeben.  Folglich sind die Tage des Waldstücks zwischen Gersweiler und dem Sprinkshaus offenbar gezählt. Bis Februar kann gerodet werden, um die Firma zu erweitern (die SZ berichtete). Jeden Tag könnte es dort also losgehen.

Das wissen auch die Mitglieder der Bürgerinitiative, die das Waldstück auf jeden Fall erhalten möchte. Um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen, hatten die Kritiker für den vorletzten Tag des Jahres noch einmal zur Mahnwache aufgerufen.

Rund 30 Männer und Frauen waren diesem Appell gefolgt und versammelten sich in der scharfen Kurve unterhalb der Firma zu einer genehmigten Protestaktion.

Grund zur Resignation sahen die Aktivisten am Mittwoch keineswegs. Sie bekundeten vielmehr ihren Durchhaltewillen. „Wir geben erst auf, wenn der allerletzte Baum gefällt ist“, sagte Roland Fecht vom Organisationsteam der Demo. „Wenn der Geldbeutel wichtiger als die Gesundheit der Menschen ist, müssen wir weitermachen“, ergänzte Fecht.

Sein Mitstreiter Renato Barachino denkt ebenfalls nicht daran aufzugeben. Jedes Rechtsmittel werde man ausschöpfen, aber auch weiterhin an die Ortsverbundenheit der Familie Woll appellieren. Denn Barachino sieht durchaus eine Alternative, mit der sich das gefährdete Waldstück noch erhalten ließe. Sein Vorschlag: „Die Firma sollte noch mal überdenken, ob es nicht alternative Lösungen gibt, die sich nach unserer Meinung im Bereich des ZKE-Geländes ergeben.“ Neben den juristischen Mitteln und weiteren Protestaktionen setze man auf den moralischen Druck.

Ursula Guht vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) kam aus Saarbrücken zur Mahnwache und will sich generell für den Erhalt des Waldes einsetzen. Nicht nur in Gersweiler.

Guht sagte bei der Mahnwache: „Wir konnten als Kinder noch im Schnee Schlitten fahren, heute wissen meine Enkel kaum noch, wie ein Schlitten funktioniert. Das Klima wird immer wärmer, da ist es kurzsichtig, wenn man Wälder aufgibt“, sagt sie und hält ein Plakat „Gegen die Hitze“ in den Händen.

Barbara Saul-Krause ist bei ihr. Auch sie will um jeden Baum kämpfen. Man könne nicht für die Vermeidung des klimaschädlichen Kohlendioxids sein und zugleich Bäume roden. Heute komme es auf jeden einzelnen Baum an. Die Aktivisten protestierten unter Einhaltung aller Anti-Corona-Auflagen und in Begleitung der Polizei gegen das Bauprojekt. Nicht zum letzten Mal, wie sie am Mittwoch mit Blick auf weitere Protestaktionen versicherten.