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Professor Peter Heck vom Umweltcampus Birkenfeld zum Klimanotstand

Professor Peter Heck vom Umweltcampus Birkenfeld : „Klimaschutz ist ein Gewinngeschäft“

Peter Heck vom Umweltcampus Birkenfeld hielt bei der Union Stiftung einen Vortrag zum Klimanotstand.

Er sei „kein Öko-Spinner“, stellte Peter Heck zu Beginn klar. Der Professor ist Leiter des Instituts für angewandtes Stoffstrommanagement am Umweltcampus in Birkenfeld und hielt zum Thema „Klimanotstand und Kommunen“ am Dienstagabend bei der Union Stiftung in Saarbrücken einen Vortrag. Die zirka 80 Zuhörer sollten sich vielmehr Zeit nehmen, um sich mit den Zahlen auseinanderzusetzen und anschließend Heck zustimmen zu können. Klimaschutz sei vor allem ein Geschäft, lautet Hecks These. Denn es sei falsch zu sagen: „Wir sind zu arm, um zu investieren.“ Richtig sei vielmehr: „Wir sind arm, weil wir nicht investiert haben.“ Dieser Gedanke zog sich wie ein roter Faden durch den Vortrag.

Die Investition in den Klimaschutz zahle sich irgendwann aus. Als einfaches Beispiel aus dem privaten Bereich nannte Heck den großen Unterschied im Stromverbrauch zwischen alten und neuen Heizungspumpen. Aktuelle Geräte seien so effizient, dass die Kosten schnell wieder gedeckt seien. Danach spare der Verbraucher Strom und Geld.

Dieses Prinzip wandte Heck auf viele Bereiche an. Bei der Straßenbeleuchtung gebe es durch eine Bestückung mit LED-Lampen ein riesiges Einsparpotenzial. Aus Grünschnitt lasse sich Brennmaterial herstellen. Auf den meisten Dächern fehlten noch Solaranlagen, die wenigsten Gebäude seien ausreichend wärmegedämmt. Eine neue Idee seien Gewächshäuser auf dem Dach von Gebäuden: Die nutzten die Abwärme der Häuser, die Pflanzen darin könnten ausgeatmetes CO2 aufnehmen. Klar, dass der Umweltcampus auf großen Flächen mittels Solarenergie Strom erzeugt und dadurch auch die elektrische Fahrzeugflotte antreibt.

Zum Stichwort „Klimanotstand“, immerhin prominent in der Überschrift seines Vortrags enthalten, meinte Heck, er halte wenig von Katastrophenszenarien. Wichtiger sei das Handeln. „Was nutzt es, wenn eine Kommune das beschließt und anschließend passiert gar nichts?“ Aber wenn Klimaschutz sich in vielen Bereichen sogar finanziell lohnt, warum machen das nicht alle Kommunen? Heck meinte, daran seien weniger die Interessenverbände fossiler Energieträger schuld, sondern eher mangelnde Information und auch alte Gewohnheiten der Entscheidungsträger.