Prinzessinnen dürfen nun doch an Prinzenwahl teilnehmen

Kostenpflichtiger Inhalt: Einigung nach Kontroverse : Lesbische Prinzessinnen jetzt doch zur Wahl zugelassen

Bei einem Treffen haben sich die VSK- und Rebläuse-Präsidenten auf eine sofortige Öffnung für gleichgeschlechtliche Paare geeinigt.

Die Prinzessinnen der Kleinblittersdorfer KG Die Rebläuse dürfen nun doch an der Wahl zum Prinzenpaar des Jahres teilnehmen. Das bestätigt Hans-Werner Strauß als Präsident des Verbandes saarländischer Karnevalsvereine (VSK), der die Wahl veranstaltet.

Am Nachmittag hatten sich Strauß und der Rebläuse-Präsident Stefan Jung zu einer Aussprache getroffen. „Wir haben ein sehr fruchtbares Gespräch geführt“, berichtet Strauß. Das Resultat sei, dass die Wahl schon in diesem Jahr für gleichgeschlechtliche Paare geöffnet werde. Um Interessierten die Teilnahme zu ermöglichen, werde zudem die Anmeldefrist bis zum 22. Januar verlängert.

„Ich kenne Herrn Strauß schon lange und hatte deshalb ein offenes und gerechtes Gespräch erwartet“, erzählt Jung nach dem Treffen. So sei es dann auch gekommen: „Das ging ganz schnell. Wir haben uns bei einer Tasse Kaffee gut unterhalten.“ Demnach hat der VSK von sich aus vorgeschlagen, die Teilnahme der Prinzessinnen zu ermöglichen.

Laut Jung planen Heike II. und Ute I. nun bei der Wahl am 26. Januar dabei zu sein – teilnehmen wollen sie demnach jedoch nicht. Sie befürchteten eine Wettbewerbsverzerrung durch die große Aufmerksamkeit im Vorfeld, erklärt der Rebläuse-Präsident.

Der Ausschluss der beiden Prinzessinnen hatte in den vergangenen Tagen eine aufgeregte Debatte ausgelöst. Nur Duos bestehend aus einem Mann und einer Frau durften ursprünglich ins Rennen um den Narrenthron gehen. Dafür erntete der VSK viel Kritik.

„Die Reaktionen haben uns dazu veranlasst, die Regeln nun doch zu ändern“, berichtet Strauß. Als nächstes wolle er mit dem Präsidium seines Verbands das weitere Vorgehen absprechen. Für die Jahreshauptversammlung in der Mitte des Jahres werde man eine entgültige Lösung erarbeiten. „Ich hoffe, dass damit nun auch die negativen Vorwürfe gegen uns vom Tisch sind.“

Stefan Jung zeigt sich am Ende der Kontroverse zufrieden: „Wir haben erreicht, was wir wollten.“ Nur, dass Heike II. und Ute I. trotz der Regeländerung nicht um den Narrenthron konkurrierend werden, sei ein Wermutstropfen.