Premier Inn: Saarbrücken bekommt weiteres Hotel mit 175 Zimmern

Kostenpflichtiger Inhalt: Hotelkette Premier Inn kommt an die Westspange : Saarbrücken bekommt weiteres Hotel mit 175 Zimmern

Die britische Hotelkette Premier Inn will in Saarbrücken ein weiteres Hotel mit rund 175 Zimmern und einer Tiefgarage errichten lassen. Baubeginn soll im Februar sein.

Saarbrücken ist schon länger eine der „Wunschstädte“ des Hotelbetreibers, der in Deutschland einen rasanten Expansionskurs fährt. Das geht aus einem Strategiepapier hervor. Nun soll auf einem Parkplatz in der Saarbrücker Hafenstraße, nahe der Westspange, ein achtstöckiger Neubau für Premier Inn entstehen, die Eröffnung ist im Frühjahr 2022 geplant. Das erklärte das Unternehmen auf Anfrage unserer Zeitung.

Ein Architekturbüro aus Esslingen hat Fotos von ersten Arbeiten veröffentlicht, derzeit werde die Baustelle eingerichtet. Ein Projektentwickler aus Mainz hat das 1200 Quadratmeter große Grundstück im Stadtzentrum kürzlich gekauft, der Hotelbetreiber einen Mietvertrag über 20 Jahre unterschrieben.

Wie das geplante Hotel aussehen wird, ist noch nicht bekannt. Doch: Das geplante Hotel wird auf einem spitz zulaufenden Eckgrundstück errichtet. Die Lage sorge für eine „hohe Sichtbarkeit und Wahrnehmung innerhalb der Innenstadt“, sagt Mathias Schotten, ein Manager von Premier Inn. Entsprechend lege man großen Wert auf die Fassadengestaltung.

In Großbritannien, Irland und Deutschland verfügt Premier Inn über mehr als 800 Häuser. 2016 eröffnete man in Frankfurt den ersten Standort hierzulande, demnächst geht ein Hotel in München an den Start – das zweite an der Isar. Nach eigenen Angaben hat sich die Kette bereits 48 Standorte in der gesamten Republik gesichert. Im Internet veröffentlichte Premier Inn eine Liste mit 50 Städten, an denen man sich ansiedeln will, von Aachen bis Würzburg – mittendrin Saarbrücken.

Premier Inn sucht offensiv „Top-Standorte“, wie es in einem Papier des Unternehmens heißt. Man strebt in die Innenstädte, in die Nähe von Messen und Verkehrsknotenpunkten. Das Hotel an der Westspange passt genau in dieses Raster, schließlich soll nur wenige Meter entfernt das zukünftige Kongress- und Messezentrum entstehen, auch das neue Ludwigspark-Stadion wäre nicht weit. Premier Inn verweist auf die steigenden Übernachtungszahlen in Saarbrücken, offenbar zielt man auf Gäste aus der Großregion. So findet in einem Statement das Städtebündnis „Quattropole“, das die Landeshauptstadt mit Luxemburg, Metz und Trier vernetzt, ausdrücklich Erwähnung.

Was würde ein weiteres Hotel dieser Größe für die Branche im Saarland bedeuten? In Saarbrücken eröffneten 2019 das Fourside Hotel (ehemals Residence) und das Holiday Inn Express mit gemeinsam über 300 Zimmern, demnächst folgt ein Intercity-Hotel (170 Zimmer) gegenüber der Congresshalle, weitere Häuser sind in Planung – allesamt in der Nachbarschaft des zukünftigen Premier Inns.

Der Branchenverband Dehoga meldete zuletzt einen Anstieg an Übernachtungen, aber sinkende Umsätze bei den Hotels – ein Minus von sechs Prozent zwischen Januar und August 2019. Dehoga-Chefin Gudrun Pink, in Saarbrücken mit dem „Hotel Madelaine“ selbst am Markt, erwartet einen „Verdrängungswettbewerb“ in der Hotellerie. Sie sagt zu Premier Inn: „Mit diesem Hotel wird eine Riesen-Kapazitätserweiterung stattfinden.“

Sollten alle geplanten Projekte realisiert werden, werde man 1500 Betten mehr haben, hat Pink überschlagen: „Das ist sehr gewaltig für die Stadt.“ Man brauche mehr Reiseanlässe, sagt sie. Nur lässt das Stadion auf sich warten, eine neue Messe und die angekündigte Eventhalle wird es erst in ein paar Jahren geben. Auch eine bessere Anbindung der Landeshauptstadt wünscht man sich bei Dehoga. Pink sieht angesichts der Mitbewerber vor allem die familiengeführten Häuser unter Druck.