Porträt: Vom Lkw-Fahrer zum Bademeister, Steven Laufer

Serie Menschen im Regionalverband : Vom Lkw-Fahrer zum Bademeister

Der ehemalige Lagerist und Lkw-Fahrer Steven Laufer hat den Beruf gewechselt und geht heute seiner Leidenschaft als Bademeister nach.

Steven Laufer war einst Lkw-Fahrer, fuhr im Regionalverkehr und arbeitete als Lagerist. Diese Arbeit stresste ihn sehr. Ein Freund animierte ihn, in einem Schwimmbad als Rettungsschwimmer zu jobben. Aus dem Nebenjob wurde schnell ein neuer Beruf: „Ich ging nochmal zur Schule und machte meinen Gesellenbrief als Fachangestellter für Bäderbetriebe. Man nennt uns „Bademeister“, einen Meisterbrief habe ich aber nicht. Ich liebe es im Freibad zu sein, die Vögel zu hören und die Blumen blühen zu sehen“, sagt er heute. Blumen? Wer denkt denn bei „Freibad“ zunächst an Blumen? Der 47-Jährige kann es erklären. „Wenn im Bad mal wenig los ist, dann arbeite ich trotzdem draußen. Ich kümmere mich um die Grünanlagen, halte alles sauber und bin glücklich, wenn es den Badegästen auffällt. Denn im Schwimmbad sitzt man nicht nur am Beckenrand und passt auf, es gibt immer was zu tun. Es ist Arbeit in der Natur.“

Das beginne Wochen bevor die ersten Badegäste kommen. Nach dem Winter würden die Startblöcke neu montiert, das Wasser getauscht, die Leitungen wieder befüllt, die Filter gereinigt, die Spielgeräte aufgestellt und die vorgeschriebenen Wasseranalysen vorgenommen. Es dauere Wochen, bis alle Arbeiten abgeschlossen seien und im Herbst bauen sie alles wieder zurück. „Ich habe nach meinem Gesellenbrief zuerst als Leiharbeiter in Riegelsberg gearbeitet, nach einem Jahr wurde ich von der Gemeinde übernommen und habe meinen Traumjob gefunden. Ich will nichts anderes mehr machen“, schwärmt der Köllerbacher und geht raus, um einer Schulklasse einen Wasserball auszuleihen. Ausgebildet wurde er in Saarbrücken, arbeitete im Totobad, in Fechingen, Altenkessel und Dudweiler.

In Riegelsberg hat er jetzt eine feste Stelle, im Sommer im Freibad und im Winter als Aufsicht im Lehrschwimmbecken in der Pflugscheidschule, das in den Wintermonaten nachmittags für die Stammgäste bereitgehalten wird. Nur bei schlechtem Wetter kann er selbst schwimmen: „Wenn wir zu zweit sind und wenig Gäste da sind, ziehe ich eigene Bahnen. Da man im Notfall auch die Wasserrettung verantwortet, muss man ja im Training bleiben. Das ist uns auch ausdrücklich gestattet“, sagt der Triathlet, der allerdings keine Wettkämpfe bestreitet.

Ist das Schwimmbad voll, so wie am 26. Mai, als 1214 Badegäste kamen, dann muss er wachsam bleiben. Die Beckenaufsicht sei die erste Pflicht. „Natürlich lesen auch wir immer wieder von Unfällen in anderen Bädern. Aber da setze ich auf Gottvertrauen und bete, dass bei uns ein solches Unheil nicht passiert. Denn passieren kann immer was. Aber wir sind maximal wachsam, egal ob ein Schwimmer im Wasser ist oder hunderte.“

Dass sein Beruf über Nachwuchsprobleme klagt, weiß er. „Wir sind eben Dienstleister, wir arbeiten samstags und sonntags und an Feiertagen. Man muss damit umgehen und Spaß daran haben, wenn die Badegäste mit Lob und Anerkennung ihre Wertschätzung zurückgeben. Und das tun sie bei uns“, sagt Laufer, der von sich selbst sagt: „Hier bin ich richtig.“

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