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Polizist nach Unfalltod von Kommissarin Charlotte B. vor Gericht

Kostenpflichtiger Inhalt: Vorwurf fahrlässige Tötung : Polizist nach Unfalltod einer Kollegin vor Gericht

Eineinhalb Jahre nach dem Unfalltod der Polizei-Kommissarin Charlotte B. beginnt am Freitag vor dem Amtsgericht Saarbrücken der Prozess gegen ihren früheren Kollegen.

Er saß am Steuer des Streifenwagens, in dem die junge Frau am 16. Februar 2019 in Saarbrücken an der Grenze zu Frankreich als Beifahrerin tödlich verunglückte. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Kommissar fahrlässige Tötung vor. Er soll „vorhersehbar und vermeidbar den Tod der 22-jährigen Polizeibeamtin verursacht haben“, erklärte die Behörde.

Der Beamte soll das Polizeiauto, einen Mercedes-Kombi, vor einem Verkehrskreisel im Stadtteil Güdingen auf 152 Stundenkilometer beschleunigt haben. Das berechnete ein Gutachter, der für die Staatsanwaltschaft die Unfallursache aufklären sollte. Der Wagen rauschte über den Kreisel und prallte gegen zwei Laternenmasten. Charlotte B. starb noch am Unfallort, ihr Kollege verletzte sich schwer. Der tödliche Crash ereignete sich an einem frühen Samstagmorgen. Kurz nach Dienstbeginn suchten die Polizisten nach einem angeblich stark alkoholisierten Franzosen in einem Alfa Romeo. Der Mann stellte sich später der Polizei im Saarland.

Charlotte B. war erst zwei Wochen vor ihrem Tod zur Kommissarin ernannt worden. Ihr Kollege, Mitte dreißig, blieb nach dem Unglück lange dienstunfähig. Mittlerweile arbeitet er wieder als Polizist, allerdings nicht mehr in seiner alten Dienststelle in der Karcherstraße. Beim Staatsanwalt soll sich der Mann aus dem Saarpfalz-Kreis „geständig eingelassen“ haben. Ihm droht eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder eine Geldstrafe.