„Marsch für das Leben“ und Gegen-Demo „Abdrängen und körperliche Gewalt“ – Polizeieinsatz bei Abtreibungsdemo in Saarbrücken

Update | Saarbrücken · Der „Marsch für das Leben“ durch Saarbrücken ist beendet. Demonstranten störten den Weg der Abtreibungsgegner immer wieder. Wo die Polizei eingreifen musste.

Saarbrücken: Polizei muss bei Demo von Abtreibungsgegnern eingreifen
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Abtreibungsgegner demonstrieren in Saarbrücken – Polizei muss mehrfach eingreifen

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Foto: BeckerBredel

Die Forderung nach einem radikalen Abtreibungsverbot brachte in Saarbrücken hunderte Menschen auf die Straße. Am Samstag, 11. November, demonstrierte das „Aktionskomitee Christen für das Leben“ unter dem Motto „Marsch für das Leben“ nahe der Pro-Familia-Beratungsstelle am Staden.

Mehrere Demonstrationen in Saarbrücken

Von dort zogen 150 bis 200 Personen durch die Innenstadt bis zur Europagalerie, wie eine Sprecherin der Polizei berichtete. Gegen 13.30 Uhr endete die Veranstaltung, die jedes Jahr von Personen aus dem Umfeld der Piusbruderschaft organisiert wird.

Die Abtreibungsgegner stießen in der Landeshauptstadt auf Widerstand. Gleich drei Gegendemonstrationen waren angemeldet. Unter dem Motto „Wir feiern das Leben“ demonstrierte das Bündnis für reproduktive Selbstbestimmung zeitgleich vor der Pro-Familia-Beratungsstelle am Staden. Dort nahmen nach Polizeiangaben ungefähr 200 Personen teil.

Polizeieinsatz für Versammlungsfreiheit

Während der „Marsch für das Leben“ durch Saarbrücken zog, lief ein Aufzug der Partei „Die Partei“ hinter den Abtreibungsgegnern her. Dabei sollen ungefähr 50 Personen mitgelaufen sein.

Am Endpunkt des Marschs vor der Europagalerie organisierte dann die Initiative „my Body, my Choice (MBMC)“ eine Kundgebung. Dort nahmen 200 Personen an der Gegendemo teil. Die Menge an Demonstranten und Gegendemonstranten sei am Samstagvormittag ausgeglichen gewesen, schätzt die Polizei ein.

Während des Marschs habe es Störungsversuche gegeben, sagt die Polizeisprecherin. Personen hätten versucht, in die Aufzugsfläche der Abtreibungsgegner einzudringen. Die Polizei habe die Störer abdrängen müssen und dabei auch körperliche Gewalt eingesetzt. „Wir haben das Recht auf Versammlungsfreiheit durchgesetzt“, so die Sprecherin. Bei dem Einsatz gab es keine Festnahmen.

Ein alter Bekannter war ebenfalls vor Ort

Unter den Teilnehmern des Marschs für das Leben befand sich auch der letztjährige Auftaktredner, infolge dessen Redebeitrags die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren wegen Volksverhetzung eingeleitet hatte. Gegenüber einer SZ-Mitarbeiterin räumte Christian A. ein, den fraglichen Vergleich zwischen jüdischen Opfern des NS und abgetrieben Föten getätigt zu haben. Der Mann hat in der Vergangenheit selbst als Lehrer an einer der beiden piusnahen Schulen in Fechingen gearbeitet. Von Ermittlungen gegen sich wisse er nichts.

Die Staatsanwaltschaft hatte das Ermittlungsverfahren damals gegen unbekannt eröffnet, obwohl der Name des Redners zeitnah nach dem Vorfall in der bundesweiten Presse veröffentlicht worden war.