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Polizei-Zwischenbilanz Christkindlmarkt
Polizei: Fußstreifen schrecken Diebe ab

Im Schneeregen waren Patrick Rubeck (links) und Michael Gottesleben gestern während einer ihrer vielen Fußstreifen auf dem Christkindl-Markt unterwegs. 
Im Schneeregen waren Patrick Rubeck (links) und Michael Gottesleben gestern während einer ihrer vielen Fußstreifen auf dem Christkindl-Markt unterwegs.  FOTO: BeckerBredel
Saarbrücken. Beamte zeigen beim Christkindl-Markt Präsenz. Dennoch sollten Besucher ihre Wertsachen nie aus den Augen lassen. Von Frank Kohler

Sekunden genügten. Dann war der zweite Advent für die Kundin aus Nancy gelaufen. Wenn ihr nicht sogar der Rest der Vorweihnachtszeit verdorben ist. Denn auf die Frau kommt noch viel Rennerei zu. Sie ließ nur kurz ihre Handtasche aus den Augen, während sie Garderobe anprobierte. Irgendjemand hatte auf so einen Moment der Unachtsamkeit nur gewartet und machte sich mit der Tasche aus dem Staub. Darin lagen das Handy, der Personalausweis und die EC-Karte des Opfers. Von 600 Euro Bargeld ganz zu schweigen.Polizisten aus der Karcherstraße hörten der schockierten Frau zu.


Auch zwei Beamte der Police Nationale halfen dem Diebstahlsopfer über den ersten Schreck hinweg, erklärten der Frau, welche Behördengänge jetzt auf sie zukommen. Die französischen Beamten aus Saargemünd waren mit deutschen Kollegen in der Stadt im Einsatz, um Diebe abzuschrecken. Oder um im Notfall Bestohlenen bei den nächsten Schritten zu helfen. City-Polizeichef Udo Schneider ist froh, dass dieser Diebstahl ganz offensichtlich zu den Ausnahmen im Saarbrücker Adventsgetümmel gehört. Er legte mit Thomas Rehlinger von den St. Johanner Kontaktpolizisten (Kops) eine Zwischenbilanz des Christkindl-Marktes vor.

Demnach gingen bei der Polizei während der ersten beiden Marktwochen drei Anzeigen ein wegen Taschendiebstählen auf der Bahnhofstraße, auf dem St. Johanner Markt und in den umliegenden Straßen, also im sogenannten „öffentlichen Raum“. Achtmal waren Taschendiebe seit Eröffnung des Marktes in Geschäften aktiv. Und zu den sieben polizeilich registrierten „allgemeinen Diebstählen“ zählt die erbeutete Handtasche der Innenstadtbesucherin aus Nancy. Denn bei diesen Straftaten war ja das Diebesgut nicht aus Manteltaschen oder sonstigen Kleidungsstücken erbeutet worden.

Auch der Handel hatte es mit Kriminellen zu tun. 37 Ladendiebstähle meldeten Innenstadt-Geschäfte an die Inspektion St. Johann, seit der Christkindl-Markt läuft. Ein Kaufhaus an der Bahnhofstraße wandte sich an die Kops, weil ein Krimineller mit einem falschen Fünfziger bezahlt und dafür das vorweihnachtliche Gedränge genutzt hatte.

Für City-Polizeichef Udo Schneider sind das undramatische Zahlen angesichts der Massen, die auf die Bahnhofstraße, in die Geschäfte und auf den Markt strömen. „In Spitzenzeiten sind dort bis zu 100 000 Menschen unterwegs.“



Da wirkt auch die Zahl der Beschwerden und Notfälle unspektakulär, die Schneiders Leute auflisten. Viermal sahen sich Stadtbesucher von aufdringlichen Bettlern bedrängt. Zweimal brachten Polizeibeamte aus der Karcherstraße Kinder und Eltern zusammen, die sich aus den Augen verloren hatten. „Insgesamt leisteten wir in den ersten beiden Marktwochen 600 Einsatzstunden. Dabei waren durchschnittlich zehn Kollegen in den Hauptzeiten an den Schwerpunkten unterwegs.“ Sie machen damit in der zweiten Markt-Halbzeit weiter. Schließlich sollen die City-Gäste entspannt bummeln können. Und nicht Diebe reich machen.