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Polizei aus Deutschland und Frankreich kontrolliert Maskenpflicht

Registrierungspflichtiger Inhalt: Polizeikontrollen an der Grenze : Französisch-deutsche Polizeistreifen im Einsatz gegen Corona

Beamte aus Saarbrücken und Lothringen prüfen gemeinsam, ob die Hygiene- und Abstands-Regeln in der Saargemünder Innenstadt eingehalten werden.

In der Fußgängerzone leuchten blau-weiße Lichterketten, aus den Lautsprechern ertönen Weihnachtslieder, und einen freien Parkplatz in der Innenstadt zu bekommen, wird am Freitagnachmittag zur Herausforderung: Anders als in Saarbrücken sind in der französischen Nachbarstadt Saargemünd alle Geschäfte geöffnet und viele Menschen noch auf der Suche nach Geschenken für die Feiertage.

Doch obwohl alles mehr nach Weihnachten als nach Corona aussieht, gelten auch hier Hygiene- und Abstandsregeln. Die Zahl der erlaubten Kunden pro Geschäft ist begrenzt, in allen Gebäuden gilt die Maskenpflicht. Ob die Menschen sich daran halten, kontrolliert täglich die Polizei – heute mit Verstärkung aus Saarbrücken.

Dieter Kraus aus dem Revier Brebach war in den vergangenen Jahren öfter in der deutsch-französischen Streife unterwegs. An Fasching, auf dem Saarbrücker Weihnachtsmarkt und jetzt eben um die Einhaltung der Corona-Regeln zu überprüfen. „Die Leute reagieren positiv auf die binationalen Streifen. Es zeigt, dass wir in beiden Ländern mit den gleichen Problemen konfrontiert sind und das gemeinsam angehen“, sagt der Oberkommissar. Dass viele Saarbrücker nun extra nach Saargemünd zum Shoppen kommen, konnte er nicht feststellen. „Aber es leben hier auch viele Deutsche, und es ist nicht schlecht, wenn man sie auf Deutsch auf die Regeln hinweisen kann“, sagt Christian Fischer aus der Saargemünder Polizeiinspektion und betritt mit zwei Kollegen eine Buchhandlung.

Bevor sie die Anzahl der Kunden kontrollieren, erkundigt er sich bei der Verkäuferin, ob sie Probleme mit Maskenverweigerern hat. „Nee, die halten sich schon daran. Nur auf das Desinfizieren der Hände am Eingang muss man viele mit Nachdruck hinweisen, sie haben keine Lust“, sagt sie. Draußen trinken Menschen Glühwein aus Pappbechern. Yasmin Wernet, Kommissarin aus der Inspektion Karcherstraße, wundert sich: „Bei uns ist der Alkoholkonsum im öffentlichen Raum verboten. Hier anscheinend nicht.“ „Aber heute zum letzten Mal. Ab morgen gilt hier auch unter freiem Himmel die Maskenpflicht, damit die Menschen nicht mehr draußen essen, trinken und Gruppen bilden“, informiert sie ihre Kollegin Tania Jarych aus Freyming-Merlebach. Die französische Hilfspolizistin, die fließend Deutsch spricht, ist zum ersten Mal mit einer binationalen Streife unterwegs und findet, dass nicht nur die Kontrollen dadurch effizienter sind, sondern dass auch die Beamten durch den Kontakt zu den deutschen Kollegen einiges lernen können. „Jetzt in der Corona-Zeit gibt es einige Unterschiede zwischen den Regeln. Wenn wir zusammen unterwegs sind, können wir uns austauschen und gegenseitig über die neuen Gesetzen und Verordnungen informieren“, sagt sie.

Einige Stunden werden sie heute noch zusammen in der Saargemünder Innenstadt unterwegs sein. So lange haben die Menschen, egal ob Saarländer oder Lothringer, noch Zeit zum Einkaufen. Doch spätestens um kurz vor 20 Uhr wird es hier ganz leer, erzählt Jayrch ihrer Saarbrücker Kollegin: „Zwischen 20 und 6 Uhr gilt die Ausgangssperre“, sagt sie. Wer draußen unterwegs ist, braucht einen triftigen Grund und eine Bescheinigung. Und genauso wie die Maskenpflicht wird auch das jeden Abend kontrolliert.