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Plötzlicher Kindstod: Tragischer Todesfall in Pflegefamilie

Plötzlicher Kindstod : Tragischer Todesfall eines Säuglings in Pflegefamilie

Einen tragischen Todesfall eines viereinhalb Monate alten Säuglings aus Völklingen bestätigt die auch für das Jugendamt zuständige Pressestelle des Regionalverbandes Saarbrücken. Nach derzeitigem Stand gehen die Behörden von einem plötzlichen Kindstod aus.

Das Kind befand sich am Sonntag, als es verstarb, auf Anordnung eines Familiengerichts in Obhut einer Bereitschafts-Pflegefamilie. Die Entscheidung über die künftige Unterbringung des Kindes stand noch beim Familiengericht aus. Um die Todesursache gegebenenfalls genauer bestimmen zu können und um Fremdverschulden auszuschließen, ist eine Obduktion anberaumt worden, deren Ergebnis noch aussteht.

Im Sinne der betroffenen Familien und Kinder bewahren Jugendämter Stillschweigen über die Gründe, warum ein Kind in Obhut genommen wird. Eine Inobhutnahme ist nur auf richterliche Anordnung möglich und erfolgte hier auch nicht ohne Gespräch mit der jungen Mutter.

Der „plötzliche Kindstod“ – also ein medizinisch nicht erklärbarer Todesfall – kann letztlich nur nach dem Ausschlussverfahren festgestellt werden, also wenn nach eingehenden Untersuchungen keine andere Todesursache in Frage kommt. Laut statistischem Bundesamt wurde im Jahr 2012 in Deutschland 131 Mal „plötzlicher Kindstod“ festgestellt. In Industrienationen gilt der plötzliche Kindstod, abgesehen von Geburtskomplikationen, als häufigste Todesursache von Säuglingen. Meistens tritt er im ersten, selten im zweiten Lebensjahr auf.