| 20:53 Uhr

Titel in neuer Rennserie
Saarbrücker ist der erste deutsche Elektro-Kart-Meister

Ganz oben auf dem Siegertreppchen: Philipp Britz.
Ganz oben auf dem Siegertreppchen: Philipp Britz.
Saarbrücken. Der 16-jährige Philipp Britz rast zum Titel in der neu ins Leben gerufenen Rennserie. Der öffnet ihm womöglich die Tür zu einer Karriere im Motorsport. Von Jonas Grethel

Beim Rennen in Oschersleben lief es nicht für Philipp Britz. Der Zehntklässler hatte drei von drei möglichen Siegen bei der neu ins Leben gerufenen deutschen Elektro-Kart-Meisterschaft geholt. Doch dann sah es nach einem Flop für den Saarbrücker aus. Denn Britz flog in Oschersleben in Rennen Nummer vier in der ersten Runde raus. „Das ist super enttäuschend. Das stellt man sich anders vor“, sagt der 16-Jährige: „Aber ich habe mir gedacht: Mach einfach weiter, das muss schon irgendwie klappen.“ Es hat geklappt. Fünf Renntage später darf sich der Saarländer erster deutscher Elektro-Kart-Meister nennen.


Der Kart-Sport ist in Deutschland anerkannt, greift aber auf laute und umweltschädliche Zwei-Takt-Motoren zurück. Hier haben die Verantwortlichen eine Lücke gefunden. Sie schickten in diesem Jahr erstmals 18 Fahrer auf verschiedene Strecken von der Ostsee bis nach Belgien – und kürten mit Britz eben einen Saarbrücker als Premieren-Sieger. „Das Ziel war es, aufs Treppchen zu kommen, weil man sich dadurch für die Förderprogramme qualifiziert – dass es der Sieg wurde, ist umso schöner“, sagt Britz.

Obwohl die Serie für alle Altersklassen offen war, nahmen nur 15- bis 18-Jährige teil. Für Spannung war trotzdem gesorgt. Denn bis zum finalen Rennen in Genk war die Serie nicht entschieden. Am ersten Renntag in Belgien musste Britz die ersten Etappensiege an den Berliner Luka Wlömer und die einzige Fahrerin im Starterfeld, Tara Eichenberger, abgeben. Dann fand der Saarbrücker aber zu alter Stärke zurück. Er gewann drei Rennen und sicherte sich damit nicht nur die deutsche Meisterschaft, sondern auch ein Schulungsprogramm bei einem Auto-Hersteller und ein Sichtungsgespräch bei einer „Speed Academy“.



Das scheint fast noch wichtiger zu sein für den Schüler, der sich eine Karriere im Automobil-Sport erhofft. „Die Förderprogramme öffnen eine Tür für mich – ich weiß noch nicht genau, wo ich irgendwann lande, aber ich weiß, dass ich mein Geld mit dem Rennsport verdienen will“, sagt Britz: „Ich werde zu Rennen eingeladen, kann Kontakte knüpfen und mal schauen, wo mich der Weg hinführt.“

Angefangen hat der Weg von Britz früh in seiner Kindheit, als sich der junge Motorsport-Fan zum ersten Mal auf ein Motorrad gesetzt hat, dann aber von seinem Papa zurückgepfiffen wurde. „Dem war das zu gefährlich – er wollte, dass ich Kart fahre, und hat mich dann auf die Rundstrecke geschickt.“ Schnell zeigte sich, dass das das Richtige war. Der Ehrgeiz führte Britz zu Siegen wie dem beim ADAC-Kart-Cup. „Mir gefällt es, mich gegen andere durchzusetzen. Die Geschwindigkeit, die Kurven und das Gefühl zu gewinnen: Das ist schon alles ganz geil“, sagt Britz, der sich trotz seines Titels noch nicht als besten Fahrer in seiner Altersklasse bundesweit bezeichnen will. „Aber im Saarland würde ich schon sagen, dass ich der Beste bin“, fügt er hinzu.

Jetzt steht aber erst mal wieder die Schule auf dem Programm. Bis zum Abitur dauert es noch ein bisschen. Danach will Britz am liebsten sofort in den Motorsport einsteigen – und probiert auch gern Neues aus. „Es ist einfach cool, mal was anderes zu sehen“, erklärt der deutsche Meister.