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Pauline Bayer aus Saarbrücken hilft bei der „Nummer gegen Kummer“

Saarbrücken : Hilfe bei Liebeskummer und Mobbing

Die 18-jährige Pauline Bayer aus Altenkessel ist Ansprechpartnerin für Jugendliche bei der „Nummer gegen Kummer“.

Pauline Bayer ist gerade 18 Jahre alt, aber hat schon Hunderten von Jugendlichen aus ganz Deutschland geholfen. Seit zwei Jahren berät sie beim Kinderschutzbund am Telefon andere Jugendliche, die teilweise massive  private Problem haben, aber niemanden, mit dem sie darüber reden können. „Liebeskummer und Mobbing sind mit die häufigsten Probleme, die die Jugendlichen haben. Oft ist es so gravierend, dass die jungen Menschen gerade wegen Mobbings große Probleme im Alltag bekommen“, sagt Pauline Bayer. Aber Mobbing und doofe Sprüche gab es doch früher auch schon in der Schule und am nächsten Tag war meistens alles wieder gut.

„Die Situationen von früher und heute sind nicht vergleichbar. Das Mobbing geht nach der Schule in den sozialen Medien im Internet weiter. Oft kriegen das sehr viele andere Jugendliche dadurch mit, und für die Betroffenen wird es um ein Vielfaches schlimmer“, erklärt die 18-Jährige. Es geht in Einzelfällen auch um Gewalt in der Familie oder sexuellen Missbrauch. Solche Fälle hatte Pauline Bayer aber noch nicht am Telefon.

„Nummer gegen Kummer“ heißt der deutschlandweit agierende Verein, der kostenfreie telefonische Beratung für Kinder, Jugendliche und Eltern anbietet. „Mein Papa ist ehrenamtlicher Seelsorger, und ich habe mich schon immer für so etwas interessiert. Als ich in der Saarbrücker Zeitung davon gelesen habe, dass der Kinderschutzbund Saarbrücken Kurse für ,Nummer gegen Kummer’ anbietet, habe ich mich sofort angemeldet“, berichtet die Waldorfschülerin aus Altenkessel.

Die Ausbildung für die telefonische Beratung umfasst 80 Pflichtstunden und zwölf Hospitanz-Stunden mit erfahrenen Ehrenamtlern. „Man lernt mittels Kommunikationsstrategien, wie man mit den verschiedensten Menschen umgehen kann. In Rollenspielen lernt man auch viel über sich selber. Es gibt auch Telefonate mit Jugendlichen, die einem wirklich unter die Haut gehen. In Gruppengesprächen wird das alles aufgearbeitet, damit man solche Belastungen nicht mit nach Hause nimmt“, erklärt Pauline Bayer.

Einmal im Monat, immer samstags für drei Stunden, hat die 18-Jährige diesen ehrenamtlichen Dienst am Telefon. Mit 21 Jahren darf man in die Erwachsenenberatung. „Ich bleibe in jedem Fall dabei. Mir bringt diese Arbeit sehr viel, und ich lerne ständig dazu. Oft wissen junge  Menschen gar nicht, welche schlimmen Situation andere Jugendliche in ihrem Leben durchstehen müssen.“

Es gibt auch sogenannte Fake-Anrufe, bei denen Jugendliche die Helfer veräppeln und am Ende sagen, dass alles nur Spaß war. „Wir lernen in den Kursen auch damit umzugehen und richtig zu antworten. Ich würde mich freuen, wenn unser Team in Saarbrücken weiter wachsen würde und wir so in größerem Rahmen unsere Erfahrungen teilen könnten“, sagt die 18-Jährige, bei der die positiven Erlebnisse am Telefon überwiegen. „Ganz oft reicht das Geld in der Familie nicht, um sich Dinge für den Schulunterricht zu besorgen. Wir finden dann immer gemeinsam eine Lösung und freuen uns am Ende beide über den Erfolg.“