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Leserbrief
Vorfahrt für Parteibücher

Postenschacher im Saarbrücker Schloss

Ich habe fast 40 Jahre im öffentlichen Dienst gearbeitet und bilde mir ein, zu wissen, wie es dort zugeht, wenn Ämter besetzt werden. Selbst um in den untersten Lohngruppen aufsteigen zu können, sollte man Beziehungen haben, noch besser ist ein Parteibuch. Ab Abteilungsleiter aufwärts werden eigentlich alle Stellen über die politische Schiene besetzt. Nur wenn gar kein Parteihansel greifbar ist, hat mal ein anderer eine Chance, zum Zug zu kommen. Was jetzt im Saarbrücker Schloss an Postenschacherei passiert, ist traurig, aber in der öffentlichen Verwaltung gang und gäbe. Geld hat man nicht, das gibt man einfach aus. In diesem Punkt – und nur in diesem – sind sich alle Parteien einig.