Klinikum Saarbrücken auf dem Winterberg: Operation gab Adam sein Lachen zurück

Klinikum Saarbrücken auf dem Winterberg : Operation gab Adam sein Lachen zurück

Der Kiefer des fünfjährigen Afghanen war blockiert. Chirurg und Team halfen ehrenamtlich.

Seit 2016 war der Kiefer des fünfjährigen Afghanen Adam blockiert. Essen, reden und lachen waren sehr, sehr schwierig – nur noch Flüssignahrung ging. Doch all das ist jetzt vorbei. Denn Adam fand Hilfe auf dem Winterberg. Dr. Dr. Herbert Rodemer, Chefarzt der Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgie des Klinikums Saarbrücken, und sein Team operierten den Jungen ehrenamtlich. Das teilt das Klinikum mit.

Der kleine Adam hatte sich 2016 bei einem Sturz das Kiefergelenksköpfchen gebrochen. Während der Bruch heilte, bildete sich Knochengewebe und wuchs in das Gelenk. Die Folge: Das Gelenk verknöcherte, der Junge konnte den Kiefergelenksknochen nicht mehr bewegen. Also musste der überschüssige Knochen entfernt und Knorpel in den Gelenkspalt eingefügt werden.

So war Teamwork im OP gefragt: Mit einem doppelten OP-Team entfernte Chefarzt Rodemer in einer rund dreistündigen Operation den Knochen aus dem Kiefergelenk, während der Oberarzt Dr. Dr. Korbinian Seyboth Knorpel aus einer Rippe des Jungen holte, der anschließend ins Kiefergelenk eingebaut wurde.

Adam ist nicht das erste Kind, das über das Friedensdorf International im Klinikum Saarbrücken behandelt wurde. Jedes Jahr hilft das Friedensdorf in Oberhausen rund 1000 Kindern aus Afghanistan, Vietnam, Kambodscha und anderen armen Ländern der Welt – Kinder, die aus einer Kriegs- oder Krisenregion kommen oder eine Erkrankung haben, die in ihrem Heimatland nicht behandelt werden kann.

Während ihres Klinikaufenthaltes werden die Kinder liebevoll von den Kinderkrankenschwestern und dem Ärzteteam der Kinderklinik des Klinikums Saarbrücken betreut. Zusätzlich gibt es bundesweit ehrenamtliche Mitarbeiterinnen des Friedensdorfes, die sich um die kleinen Patienten kümmern.

In Saarbrücken hat Julia Veauthier diese Aufgabe übernommen. Sie hatte vor zwei Jahren die kleine Bibi (damals fünf Jahre alt) aus Afghanistan im Klinikum Saarbrücken kennengelernt und sich dann entschieden, die Betreuer-Ausbildung des Friedensdorfes, ein dreitägiges Seminar in Oberhausen, zu absolvieren. Jeden Tag nach Dienstschluss fuhr die 34-Jährige auf den Winterberg und besuchte Adam. Dies war keine Vorgabe der Organisation, sondern eine Herzensangelegenheit für Julia.

Bei der Abschlussuntersuchung strahlte Adam. Er war offensichtlich dankbar und glücklich, weil er seinen Kiefer wieder öffnen und schließen, lachen und essen kann wie jeder gesunde Mensch. Jetzt ist Adam wieder im Friedensdorf und wartet auf den Abflug zu seinen Eltern nach Afghanistan.

Mehr von Saarbrücker Zeitung