Ole Puppe wurde nach der Schauspielschule zum Stammgast in TV-Krimis

Serie Saarbrücker Schauspielschule : Ole Puppe hat die Guten und die Bösen drauf

Von „Großstadtrevier“ bis „Soko Leipzig“, von „Wilsberg“ bis „Polizeiruf 110“: Ole Puppe stand schon für viele Krimis vor der Kamera.

Vor Jahren brachte die Bildzeitung auf ihrer Titelseite gleich zwei Fotos von Ole Puppe. „Gehen der ARD die Mörder aus?“ sorgte sich das Boulevardblatt, nachdem der Schauspieler an zwei Sonntagen hintereinander in Tatorten aus Köln und Stuttgart den Übeltäter gespielt hatte. Von „Großstadtrevier“ bis „Soko Leipzig“, von „Wilsberg“ bis „Polizeiruf 110“ scheint kein Krimi im deutschen Fernsehen ohne Puppe auszukommen. Auf den Tatort ist der ehemalige Student der Saarbrücker Schauspielschule fast schon abonniert. Er glänzte aber 2017 auch in der ZDF-Journalisten-Serie „Zarah – Wilde Jahre“ (Regie: Richard Huber) als schmieriger Kulturredakteur.

Als er jünger war, erzählt der 50-Jährige lachend, habe man ihn in Filmen ja immer in Edel-Anzügen und Cabrios Schwiegersohn-Typen spielen lassen. Da ihn das jedoch langweilte, gab er seiner Agentur ein Foto mit Augenringen und verstrubbelten Haaren. Und siehe da: Plötzlich entdeckten die Sender in ihm den idealen Psychopathen. „Ich schwanke immer zwischen Polizist und Massenmörder,“ sagt Puppe über seine Rollen und findet das sehr befriedigend. Eine Figur müsse vielschichtig sein.

Am interessantesten findet er die Figuren, die das Gute wollen, trotzdem im Sumpf stecken und außer Kontrolle geraten. „Da zerreißt es einen auch beim Spielen.“

Für seinen Alltag wählte der Schauspieler das größtmögliche Kontrastprogramm zum Großstadtkrimi. Mit seiner Frau, der Schauspielerin Bernadette Heerwagen, kaufte Puppe in Süddeutschland ein altes Bauernhaus, um ihrem Nachwuchs eine schöne Kindheit auf dem Lande zu ermöglichen, wie sie sie selbst hatten. Sieben Jahre dauerte der Umbau, bei dem Puppe, als ehemaliger Waldorfschüler handwerklich erfahren, viel selbst machte. „Ich hab dabei graue Haare gekriegt, aber es ist wunderbar.“

Tagsüber widme man sich dem Gemüseanbau zur Selbstversorgung, abends mache man mit Nichten und Neffen in der Hausband Musik auf „ökologischen Instrumenten“.

In der Waldorfschule hatte Puppe einst nicht nur geschreinert, sondern auch Theater gespielt. Nach der großen Aufführung in der zwölften Klasse war klar, dass er Schauspieler wird. „Es war eine intensive Zeit, aber auch toll, super“ sagt er über die Jahre von 1991 bis 1995 auf der Saarbrücker Schauspielschule. Die Tage waren lang, die Nächte kurz. Von morgens acht bis nachts um eins lernten und probten die Schauspielschüler im Unterricht und in Extra-Workshops.

„Dann ging es noch ins Dr. h.c. ins Nauwieserviertel, wo wir am Kneipentisch weiterdiskutierten.“ Mit Freunden von damals wie dem Geiger Wolfgang Wehner und dem Cellisten Markus Hagemann hat Puppe, der mit einer Musikerkarriere geliebäugelt hatte, bis heute Kontakt. Schon während der Ausbildung in Saarbrücken bekam Puppe ein Erstengagement am Theater in Halle, weshalb er viele Stunden im Zug sitzen musste.

Er war es auch, dem der Burgtheater-Intendant beim Vorsprechen für den „Cyrano“ mit Bruno Ganz sagte, die Besten kämen immer aus Saarbrücken. „Was mich eher irritierte“, gesteht Puppe, denn als Kaderschmiede fühlte man sich an der Saar eher nicht. Das Zweijahres-Engagement auf der Burg hat Puppe dann abgelehnt. „Nach vier Jahren Halle hatte ich so die Nase voll vom Repertoire, dass ich nur einen Gastvertrag wollte und dachte, dann suche ich halt ’nen anderen Weg.“

Das Szenenfoto von 1994 aus der Alten Feuerwache zeigt Ole Puppe, Caroline Peters und Stefan Wilhelmi (v.l.) in „Gerettet“ von Edward Bond. Foto: Uwe Merkel

Seine erste große Filmrolle hatte er schon in Saarbrücken. In der Komödie „Ein unmöglicher Lehrer“, gedreht 1993 unter anderem im Otto-Hahn-Gymnasium mit Sebastian Koch, gab Puppe einen aufmüpfigen Schüler. „Das war toll“, sagt Puppe, „damit konnte ich mich überall bewerben.“