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Ökumenischer Kreuzweg der Jugend in Saarbrücken heißt „unterbrechen“

Religion : Im Zeichen des Ringens zwischen Anpassung und Zivilcourage

Der Ökumenische Kreuzweg der Jugend am Montag, 11. April, trägt den Titel „unterbrechen“ – er wird mit Tanz- und Theatervorführungen verbunden.

Der Tanz und das Theater als Darstellungsformen für einen Kreuzweg – auf diese spannende Kombination lassen sich in diesem Jahr die Teilnehmer des Ökumenischen Kreuzweges der Jugend mit dem Titel „unterbrechen“ in Saarbrücken ein. Das kündigen die Veranstalter – das Dekanat Saarbrücken und der Evangelische Kirchenkreis Saar-West – an.

Geprobt wird im Pavillion der Willi-Graf-Schulen. Aus einer Ecke gibt Youn Hui Jeon Anweisungen. Die Koreanerin gehörte bis 2015 zum Ballettensemble des Saarländischen Staatstheaters und arbeitet heute dort als Leiterin der Ballettschule.

15 Jugendliche stehen dicht gedrängt im Raum. Plötzlich bewegt sich die Gruppe gleichförmig, im Takt einer vom Rhythmus dominierten Musik durch den Raum. Eine Tänzerin, die sich aus der Gruppe löst, verändert ihren Schrittrhytmus und ihre Schrittrichtung. Ein Ringen zwischen Angepasstheit und Zivilcourage beginnt. So beginnt eine der nachdenklich stimmenden Tanzszenen des diesjährigen Kreuzweges der Jugend.

Ortswechsel: Zur gleichen Zeit proben Schüler des 10er Kurses Darstellendes Spiel im Ludwigsgymnasium mit ihrer Lehrerin Julia Woll szenische Interpretationen. Die Schüler setzen sich mit Bibeltexten auseinander und versuchen, Zugänge zu dem Oberthema „unterbrechen“ zu finden, die für Jugendliche auch heute noch relevant sind.

Neben der intensiven Tanz- und Theaterarbeit haben sich die jungen Akteure unter Anleitung von Pastoralreferent Heiner Buchen mit den wachsenden menschenfeindlichen Tendenzen in unserer Gesellschaft auseinandergesetzt. Den Kreislauf von Hass und Gewalt zu unterbrechen und sich für ein offenes menschenfreundliches Land einzusetzen, das noch Platz hat für Geflüchtete aller Art und das sich nicht damit rühmt, hohe Abschiebungszahlen vorzuweisen, sind Gedanken, die in die Stationen des Kreuzweges einfließen.

Den biblischen Impuls dazu geben die politisch-poetischen Texte aus den Evangelien. Die sich aus dem Dialog zwischen den alten Texten der Bibel und den Erfahrungen der Jugendlichen entwickelnden Gedanken, Gefühle und  Bewegungen, fließen mal zart und mal bedrückend in die getanzten und gespielten Szenen ein.

Das Kyrie Eleison, vorgetragen von den Nauwieser Sängerknaben, unter der Leitung von Benedikt Wesner und zeitgenössische Jazzmusik des Duos Sergio Parra und Daniel Osorio, rahmen den Kreuzweg musikalisch ein.

Der Kreuzweg der Jugend beginnt am Donnerstag, 11. April, um 18 Uhr in der Schlosskirche Saarbrücken, Am Schlossberg 6. Alle Teilnehmer des Jugendkreuzweges gehen den Weg dann gemeinsam zur Johanneskirche und dann zur Kirche St. Michael, wo der Kreuzweg gegen 20.30 Uhr endet.