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Oberbürgermeister will in Saarbrücken 126,3 Millionen Euro investieren.

Neue Messe und neue Eventhalle : Conradt will Großprojekte für Saarbrücken

Oberbürgermeister kündigt neue Messe und Innenstadtentwicklung für 126,3 Millionen Euro an. Dazu soll eine neue Halle kommen.

Uwe Conradt hat kein Problem damit, das Wort auszusprechen: „Großprojekte“. Der Saarbrücker Oberbürgermeister weiß, dass Großprojekte von den Bürgerinnen und Bürgern kritisch betrachtet werden, auch weil sie mitunter finanziell aus dem Ruder laufen. Der vierte Museumspavillon und das Ludwigsparkstadion sind Beispiele dafür. Ohne Großprojekte, auch das weiß der neue Chef im Saarbrücker Rathaus, wird die Landeshauptstadt aber an Attraktivität verlieren und den Anschluss verlieren. Wobei Conradt die Attraktivität nicht mit der anderer saarländischer Städte, sondern mit denen der anderen Metropolen in der Region misst: Metz, Trier, Luxemburg.

Um konkurrenzfähig zu bleiben, sollen in Saarbrücken in zwei Schritten zunächst 126,3 Millionen Euro investiert werden. Bis 2025 sollen 99 Millionen Euro in das neue Messe-, Kongress- und Kulturforum am Standort der jetzigen Congresshalle fließen. Die Stadt rechnet dabei mit rund 60 Millionen Euro für den Umbau und die Sanierung der Congresshalle. 39 Millionen Euro werden unter anderem dafür gebraucht, eine Brücke für Fußgänger und Radfahrer über die Saar zum jetzigen Totoparkplatz zu bauen. Dort soll ein Multifunktionsgebäude mit vielen Parkflächen gebaut werden.

Von diesen 99 Millionen sollen die Stadt 9,9 Millionen, das Land 39,6 und der Bund 49,5 Millionen Euro zahlen. Wobei die Förderung des Bundes an klare Bedingungen geknüpft ist. Die Millionen aus dem Bauministerium fließen nämlich nicht für eine neue Messe, sondern für ein städtebauliches Modellvorhaben, in dem das neue Messe- und Kongresszentrum nur ein Baustein ist. Das Entscheidende ist die Verbindung zum Stadtteil Alt-Saarbrücken durch die Brücke.

Dieser Brückenschlag, das große Parkhaus und die Verbindung zum Messe- und Kongresszentrum war auch für die Handwerkskammer des Saarlandes ein entscheidendes Argument dafür, ihr neues Bildungszentrum in Alt-Saarbrücken zu bauen. Das mit rund 30 Millionen Euro Baukosten veranschlagte Bildungszentrum soll ebenfalls bis Ende 2025 fertiggestellt sein. Weitere 27,3 Millionen Euro sollen ab 2025 in die Aufwertung der Gebiete auf beiden Seiten der neuen Brücke fließen. Conradt will auf Alt-Saarbrücker Seite unter anderem in die Roon-, die Heuduck-, die Stengelstraße investieren. Auf der anderen Saarseite soll Geld für die Hafen-, die Kohlwaag- und die Faktoreistraße bereitgestellt werden. Außerdem sollen dort die Uferpromenade und der Bürgerpark „aufgewertet“ werden.

Das ist aber noch nicht alles. Conradt hat die sogenannte Einstandortlösung für eine neue Veranstaltungshalle verworfen. In ersten Entwürfen und Gutachten wurde davon ausgegangen, dass das neue Messe- und Kongresszentrum die Saarlandhalle ersetzen kann. Das funktioniere so aber nicht, sagt der Oberbürgermeister.

„Wir brauchen beides. Ein modernes Kongress - und Messezentrum mit einer dafür konzipierten feinen, städtebaulich hochwertigen Kongress-Halle, die aber zu klein für größere Veranstaltungen ist“, teilte er am Mittwoch auf Anfrage mit. Die neue Halle sollte mindestens 10 000 Zuschauer fassen, „um Saarbrücken wieder in den Blickpunkt der Veranstalter zu bringen“, fordert Conradt. „Die Saarlandhalle genügt nicht mehr den Ansprüchen der heutigen Zeit“, sie sei höchstens noch zehn Jahre lang nutzbar.

Eine neue Kongress- und Messehalle könne nur einen Teil der Veranstaltungen auffangen, die durch die Schließung der Saarlandhalle verloren gingen. Gutachterlich belegt sei, „dass wir künftig rund 100 000 Veranstaltungsbesucher weniger hätten in Saarbrücken und damit im Land. Diese würden künftig andere Städte besuchen. Das gilt es zu verhindern“, erklärt Conradt.

Zusammen mit dem Land prüfe man nun einen Standort für die neue Halle in Saarbrücken. Jetzt schon etwas zu Baukosten zu sagen, sei unseriös. Aber man müsse auf jeden Fall handeln.