Oberbürgermeister traf sich mit Fans des 1. FCS im Ludwigspark

Kostenpflichtiger Inhalt: Ludwigspark : FCS-Fans lassen auf der Baustelle Dampf ab

Oberbürgermeister Conradt traf 400 Anhänger des Vereins im Ludwigspark. Das Langzeitprojekt sorgt für Wut und Skepsis.

„Wir werden hier doch schon seit Jahren verarscht.“ „Glaubst du, der Neue erzählt uns die Wahrheit? Träum weiter.“ „Das Ding wird nie fertig.“ Das waren drei Meinungen von Anhängern des 1. FC Saarbrücken, die am Freitag ihrem Unmut Luft machten.

Die drei gehörten zu den fast 400 Fans des Fußballvereins, die der Einladung des Oberbürgermeisters Uwe Conradt auf die Baustelle Ludwigsparkstadion gefolgt waren. Der neue Verwaltungschef hatte das Treffen angeboten, weil die Fans heftig auf die Nachricht von der erneuten Verzögerung beim Stadionbau reagiert haben.

„Ich würde Ihnen liebend gerne sagen, was das Stadion kostet und wann es fertig ist. Aber das wären nur Schätzungen“, sagte Conradt und versprach, dass die Stadt das Geld zur Verfügung stelle, um das Projekt abzuschließen. Also offenbar auch, wenn über die bislang bekannten 41 Millionen Euro weitere Kosten entstehen. Conradt sagte, seit er im Amt sei, finde er „hinter jeder Tür dieses Projekts eine neue Überraschung“.

Das sorgte in den vergangenen beiden Wochen für neue Schlagzeilen, musste die Stadt doch Verzögerungen und weitere Kostensteigerungen einräumen.

Die Baufirma will sich dafür aber nicht den Schwarzen Peter zuschieben lassen. „Die Planung und der gesamte Bau des Daches hätten ohne Zeitverzug weiterlaufen können“, betonte deren Chef. „Wir wehren uns gegen den Versuch, uns zum Sündenbock für die organisatorischen Unzulänglichkeiten beim Bau des Stadions zu machen.“

Baudezernent Heiko Lukas, den die Fans am Freitag auspfiffen, sagte: „Wir haben uns an keiner Stelle negativ über das Unternehmen geäußert.“ Um die Diskussion in diese Richtung zu verkürzen, sagte Conradt: „Das ist heute nicht das Thema. Die Baustelle arbeitet unter Volllast.“ Auch das sei sein Verdienst.

Wer schuld ist an den Verzögerungen beim Stadionbau und wer die Verantwortung übernimmt, das wollte der Verwaltungschef nicht sagen. „Es wird keiner die Hand heben, wenn ich frage. Ich befürchte, diese Frage ist auch komplexer.“ Ein konkretes Startdatum erfuhren die Fans am Freitag denn auch nicht.

Ein Mitarbeiter der städtischen Gesellschaft für Innovation und Unternehmensförderung räumte zumindest ein, dass die Ausschreibung des Bauvorhabens in sogenannten Einzelgewerken mehr Zeit erfordere.

Die Skepsis der FCS-Anhänger hat das Treffen mit dem neuen Oberbürgermeister nicht beseitigt. „Man hat uns schon so oft so viel versprochen“, sagte Bernd Gauer vom Dachverband der FCS-Fanclubs, „es war heute eine Schauveranstaltung. Wobei ich Herrn Conradt zu Gute halte, dass er wenigstens den Eindruck vermittelt, sich zu bemühen.“

Der Oberbürgermeister hat die Fans für Januar zu einem neuerlichen Treffen eingeladen. „Wir müssen aus dieser Baustelle und den Fehlern lernen“, sagte Conradt und nannte eine Überzeugung, in der ihn dieses Vorhaben bestärkt habe: „Baue selbst nur, was du bauen kannst.“

Mehr von Saarbrücker Zeitung