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Oberbürgermeister: Saarbrücken braucht Ersatz für die Saarlandhalle

Bauen in Saarbrücken : „Nicht verzweifeln, sondern daraus lernen“

Besuch beim SZ-Ältestenrat: Oberbürgermeister Uwe Conradt will das Bauen in Saabrücken einfacher machen.

Dass Uwe Conradt ihnen das erzählt, was sie hören wollen, konnten die Mitglieder des SZ-Ältestensrats am Ende eines intensiven Gesprächs nicht sagen. Ob Saarbrücken, nachdem das saarländische Kultusministerium den Musikfestspielen Saar die Unterstützzung entzogen habe, nun doch endlich ein Konzerthaus bekomme, wollte etwa Professor Werner Kirsch wissen. Ja, sagte der neue Oberbürgermeister, eigentlich brauche Saarbrücken „konkurrenzfähige Räume“, die es mit den guten in der Großregion aufnehmen können. Aber:  Nein, „in einer Stadt und einem Land mit klammen Kassen“ gebe es andere Prioritäten.

Zum einen müsse jetzt erstmal die Congresshalle saniert und ein neues Messe- und Kongresszentrum geschaffen werden. Und dann stehe man vor einem ganz anderen Problem: „Wir brauchen einen Ersatz für die Saarlandhalle.“ Die Halle sei zu klein, auch weil durch immer neue Brandschutzauflagen weniger Besucher zugelassen seien als früher.

Radwege enden manchmal im Nichts, sagte Axel Egler. Ja, da gebe es viel zu tun. Aber um alles zu tun, was sinnvoll ist, fehle zurzeit das Geld, sagte Conradt. In das Projekt „Stadtmitte am Fluss“ sei ja schon sehr viel Geld investiert worden, sagte Karin Nehl. Könne man das Geld einfach so in den Wind schießen und den Bau eines Stadtautobahntunnels nach all der Vorarbeit aufgeben? Ja, sagte Conradt. Mit Blick auf den Lärm, den die Autos verursachen, und auf die Flächen, die in zentraler Lage entstehen würden, sei „Stadtmitte am Fluss“ nach wie vor „die beste, aber auch die teuerste Lösung“. Er beschäftige sich damit nicht. Denn: „Auch mein Tag hat nur 24 Stunden, also kümmere ich mich erstmal um die Dinge, die ich umsetzen kann.“

Hildegard Redicker wollte wissen: Wenn die neuen CDU/Grünen/FDP-Koalition im Stadtrat das Wohnbauprojekt am Heidenkopf stoppt, bedeute das auch, dass es keine Erweiterung des Egon-Reinert-Hauses gibt, obwohl mehr Wohnraum in diesem Seniorenheim wichtig wäre? Genau das bedeutet es, sagte Conradt. So sei das, wenn man in einer Koalition Kompromisse machen muss.

Horst Küpper wollte wissen, warum das mit dem Bauen in der Stadt so schwierig sei. Es gelinge der Privatwirtschaft zum Beispiel, riesige Stahlwerke termingerecht und ohne Kostensteigerung zu bauen. Warum kriege die Stadt das beim Stadion nicht hin? Saarbrücken und Bauen, das sei keine einfache Geschichte, räumte Conradt ein. Auch Gespräche über die Saarbrücker Bauverwaltung könne man stundenlang führen. Ja, er wolle, dass Bauen in Saarbrücken einfacher wird. Unter anderem dadurch, dass es möglich ist, Bauanträge digital zu stellen. Da werde es aber „noch manche Diskussion geben“. Er wolle da aber keine Berater von außerhalb hinzuziehen, „sondern mit den Mitarbeitern reden, was wir tun und verbessern können“.

„Das Stadion hat Symbolcharakter“, sagt der Oberbürgermeister. Der Baufortschrittsplan, der ihm zum Amtsantritt Anfang Oktober vorgelegt wurde, sei von Februar datiert gewesen, sagt er. Da sei einiges nicht optimal gelaufen. Aber: „Wir dürfen nicht verzweifeln, sondern müssen daraus lernen.“ Denn es kommen noch weitere größere Bauvorhaben auf die Stadt zu: Man müsse Schulen und Kitas sanieren, teilweise  neu bauen. Da gebe es einen „Investitionsstau“. Die städtische Siedlungsgesellschaft müsse wieder in die Lage versetzt werden, selbst bauen zu können, um den Bedarf an günstigen Wohnungen zu decken. Er müsse jetzt „erstmal in der Verwaltung ankommen“, dann wolle er mit den Mitarbeitern die Frage beantworten: „Wie organisieren wir Bauen, wie organisieren wir Verwaltung?“

Die Saarlandhalle hat keine Zukunft, sagt der neue Saarbrücker Oberbürgermeister. Foto: BeckerBredel
Der Vertrag läuft zwar noch länger als seine Amtszeit ist, aber Uwe Conradt will über Parkgebühren reden. Foto: BECKER&BREDEL/bub

Und noch eine Frage treibt den neuen Chef im Saarbrücker Rathaus um: Wie kann man Menschen in die Stadt locken? Touristen, aber auch Menschen, die hier bleiben. Letztere kriege man nur, wenn man Arbeit schaffe. Und da sieht sich Conradt in der Rolle des obersten Saarbrücker Wirtschaftsförderers. Als solcher müsse er natürlich auch über Parkgebühren reden. Die, das gaben die SZ-Ältestenrats-Mitglieder Heribert Bernardy und Anna-Luise Hossfeld-Umlauf dem Oberbürgermeister mit auf den Weg, sind zu hoch.