1. Saarland
  2. Saarbrücken

Oberbürgermeister kündigt Verleihsystem für Elektroroller in Saarbrücken an.

Mobil sein in der Landeshauptstadt : Ab Frühling gibt es E-Scooter in der Landeshauptstadt

Saarbrücker Oberbürgermeister kündigt an, dass in den kommenden Wochen ein Vertrag für ein Elektroroller-Verleihsystem unterschrieben wird.

Er selbst, sagt der Saarbrücker Oberbürgermeister Uwe Conradt (CDU), ist noch nie mit so einem Ding gefahren. Er bevorzuge das Fahrrad, weil er da selbst für Bewegung sorgen muss. E-Scooter, also Elektroroller, gehören aber seiner Ansicht nach zum Mobilitäts-Mix in einer modernen Großstadt. Deshalb habe man Gespräche mit Firmen geführt, die die Roller verleihen. Nachdem in vielen Städten E-Scooter bereits zum Straßenbild gehören, sollen sie bald auch in Saarbrücken angeboten werden. Die Verträge seien vorbereitet, aber noch nicht unterschrieben, sagt Conradt.

Dass der Oberbürgermeister anlässlich einer Pressekonferenz zu seiner 100-Tage-Bilanz noch kein konkretes Datum für den Start des Verleihsystems nennen konnte, liegt offenbar daran, dass Saarbrücken aus den Erfahrungen anderer Städte lernen will. Es gehe durch vertragliche Vereinbarungen unter anderem darum, „auch die Ordnung zu gewährleisten“. Ein Problem in anderen Städten ist: Die Scooter werden von denen, die sie geliehen haben, am Ziel ihrer Fahrt einfach auf dem Gehweg stehen- oder liegengelassen.

Es müsse „ein Miteinander geben“, sagt Conradt. Das heißt für ihn: „Es muss eine Akzeptanz für die E-Scooter geben auch bei denen, die sie nicht nutzen.“ Deshalb sei es ihm wichtig, dass die „Dinger nicht einfach auf dem Gehweg rumliegen“. Der Oberbürgermeister ist zuversichtlich, dass das gelingt und die Verträge so zeitig unterschrieben werden, dass das Verleihsystem im Frühling starten kann.

Saarbrückens Oberbürgermeister Uwe Conradt (CDU) ist seit gut 100 Tagen im Amt. Archivfoto: Oliver Dietze/dpa Foto: dpa/Oliver Dietze

Für die Stadt seien E-Scooter ein Verkehrsmittel, das mit anderen vernetzt werden soll. Elektroroller, Fahrrad, privates Auto, Carsharing, Taxi, Zufußgehen, Bus und Bahn sollen sich ergänzen können. Daran arbeite die Stadtverwaltung. Unter anderem soll die Zahl der öffentlichen Ladestationen für Elektroautos in Saarbrücken bis Ende 2021 auf 150 verzehnfacht werden. Außerdem arbeite man mit einem Investor an einer Wasserstofftankstelle in der Landeshauptstadt.

Seit er am 1. Oktober sein Amt angetreten hat, sagt Conradt, habe er vor allem eins getan: Gespräche geführt. Mit möglichst vielen der 3000 Mitarbeiter in 28 Ämtern und Bereichen sowie der sechs städtischen Eigenbetriebe. Dazu komme der Konzern Stadt mit Stadtwerken, Winterbergklinikum und Siedlungsgesellschaft. Es sei ihm aber auch wichtig gewesen, gleich zu Beginn der Amtszeit mit seinen Kollegen in Metz und Luxemburg zu sprechen. Und mit der Landesregierung. Schließlich arbeite man gemeinsam an großen Projekten: dem neuen Congress- und Messezentrum, einer neuen Veranstaltungshalle, am Thema Sicherheit.

Die größte Baustelle in den ersten drei Monaten seiner zehnjährigen Amtszeit sei aber keine politische, sondern eine echte: das Ludwigspark-Stadion. Da sei es zunächst darum gegangen, die Arbeiten wieder „unter Volllast“ in Gang zu bringen und allen Beteiligten zu vermitteln, dass „man ein gemeinsames Projekt auch zusammen umsetzt“. Auch das Gespräch mit den Fans sei wichtig gewesen. Ein zweites soll es am 25. Januar geben. Klar sei: „Diese Baustelle bleibt eine kritische Baustelle.“ Zurzeit laufe es zwar gut, aber: „Der Ludwigspark ist immer für Überraschungen gut. Ich weiß nicht mit Sicherheit, was da noch kommt.“ Aber das Ziel sei, das Stadion wie vereinbart im Interesse des Vereins und der Fans fertigzustellen.

Und dann müsse da auch noch ein „Sanierungs- und Projektstau in dreistelliger Millionenhöhe“ gelöst werden. Einiges, was längst beschlossen wurde, sei nämlich nie umgesetzt worden. Conradt nannte Feuerwehrgerätehäuser als Beispiel. Aber auch bei Kitas müsse noch einiges getan werden. In diesem jahr sollen zumindest vier neue eröffnet werden.

E-Scooter sind in vielen Städten bereits beliebte Fortbewegungsmittel für kurze Strecken. Foto: dpa-tmn/Christoph Soeder

Was die Mobilität angehe, sieht der Oberbürgermeister bei sich keinen Veränderungsbedarf. Für ihn werde das Rad weiter ein Hauptverkehrsmittel sein. Auch wenn es da auch schwierige Momente gebe. Zur 100-Tage-Bilanz des neuen Oberbürgermeisters gehörte nämlich auch die Information, dass ihm vorm Rathaus der Sattel seines Fahrrads geklaut worden ist. Er sei dann abends stehend auf dem Rad nach Hause gefahren. Seine Frau habe ihn gefragt, warum er kein Taxi genommen hat. Conradt: „Auf die Idee bin ich gar nicht gekommen.“