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Oberbürgermeister ist für Sanierung des Saarkrans in Saarbrücken.

Saarbrücker Stadtgeschichte : Die Mission: Rettung des Saarkrans

Die Kran-Initiative ist ihrem Ziel, eins der Saarbrücker Wahrzeichen zu retten, ein Stück näher gekommen.

„Klar“, sagt Erik Schrader, „man könnte natürlich der Meinung sein, dass man das Geld besser für eine Kita oder einen Spielplatz ausgibt.“ Er findet, dass in einer Stadt aber auch Geld da sein sollte für Projekte wie die Sanierung des Saarkrans. Das sei jedoch seine „private Meinung“, sagt der ehemalige Saarbrücker Kultur- und Bildungsdezernent. Der Saarkran sei zwar nicht das wichtigste Symbol der Stadt, aber „ein Mosaiksteinchen“ in einem vielseitigen Stadtbild. Und er sei wichtig, um an Dinge zu erinnern, die in Vergessenheit geraten. „Die Saar hatte eine Funktion“, erklärt Schrader. Sie war Handelsweg. Der Kran diente zum Be- und Entladen von Schiffen.

Wie der ursprüngliche, 1761 gebaute Kran funktioniert hat, das haben sich Schrader und andere an der Stadtgeschichte Interessierte in diesen Tagen anschauen können. Die Initiative Saarkran hatte – mit Erlaubnis des städtischen Gebäudemanagementbetriebs – den Saarkran aufsperren dürfen. Was da drin zu sehen ist, stammt allerdings nicht aus dem 18. Jahrhundert, sondern aus dem Ende des 20. Jahrhunderts: Zwischen 1989 und 1991 wurde der Kran auf Betreiben des „Bürgerkomitees Saarkrahnen Saarbrücken“ mit Spenden aus der Bevölkerung und aus der Wirtschaft nachgebaut. Rund 800 000 Mark, also etwa 400 000 Euro kamen damals zusammen.

Wenn der Saarkran vor dem Verfall gerettet werden soll, könne das auch diesmal nur so funktionieren, sagt Oberbürgermeister Uwe Conradt, der den von der Initiative organisierten Tag des offenen Saarkrans genutzt hat, um sich „die Holzkiste“ von innen anzuschauen. „Die Bürger sind die Stadt. Die Frage ist: Was kann die Verwaltung tun, damit die Bürger etwas tun können“, sagt Conradt. Wichtig sei nun, eine verlässliche Kostenkalkulation zu bekommen.

Schon im Sommer 2012 wurde der marode Arm des Krans abmontiert. Der Metalladler, der auf ihm thronte, ist eingelagert. Mit rund 80 000 Euro bezifferte die Stadtverwaltung damals die Kosten für eine Sanierung des Krans. Diese Summe müsse man überprüfen, sagt Conradt. Es ist zu vermuten, dass die sieben Jahre, in denen seitdem nichts getan wurde, dem Kran nicht unbedingt gut getan haben. Wenn klar ist, worüber man rede, dann werde das funktionieren wie bei der Rekonstruktion, sagt Conradt. Da sei er sich ziemlich sicher.

Es reiche nicht, dass er es für richtig hält, den Saarkran zu sanieren, betont der Bürgermeister, „es ist wichtig, wenn sich Bürger dafür engagieren.“ Das tut eine noch überschaubare Gruppe um Alexander Benzmüller, Tim Schwarz, Timm Bäcker und Pascal Klopp. Für Benzmüller, der die Initiative im Sommer ins Leben gerufen hat, ist es wichtig gewesen, den Kran einmal aufzusperren und mit Politikern und dem ein oder anderen Bürger zu diskutieren. Und zu merken: Da gibt es Interesse – und erstes Geld: 3000 Euro hat der Bezirksrat für den Saarkran bereits „blockiert“, sagt der FDP-Bezirksverordnete Gunter Feneis. 1500 Euro sollen noch dazukommen. Man sei sich da im Bezirksrat parteiübergreifend einig.

Unterstützung gibt es auch vom pensionierten Saarbrücker Denkmalpfleger Hans Mildenberger. Er könne gar nicht anders, als da zu helfen. Der Kran sei ein Stück Stadtgeschichte. Auch Erik Schrader gibt sich zuversichtlich: „Wenn der politische Wille da ist, dann wird das gelingen“, glaubt der ehemalige Dezernent, der für seine Partei weiterhin als Bezirksratsmitglied im Stadtteil Dudweiler aktiv ist.

Dieses Bild, das uns SZ-Leser Peter Müller aus Saarbrücken zur Verfügung gestellt hat, bekamen Menschen, die für den Nachbau des Saarkrans gespendet hatten. Der zwischen 1989 und 1991 entstandene Nachbau ist eine naturgetreue Rekonstruktion auf dem in den 1960er Jahren wieder entdeckten Fundament. Foto: Bürgerkomitee Saarkrahnen Saarbrücken
Das Rad, mit dem der Arm des Krans bewegt wurde. Foto: Martin Rolshausen Foto: Martin Rolshausen
Die Rückseite des Spendenbildes, mit dem ein Teil der Saarkran-Rekonstruktion 1989 bis 1991 finanziert wurde.  Foto: Bürgerkomitee Saarkrahnen Saarbrücken Foto: Bürgerkomitee Saarkrahnen Saarbrücken
Oberbürgermeister Uwe Conradt ist für die Sanierung des Saarkrans. Archivfoto: Oliver Dietze/dpa Foto: dpa/Oliver Dietze
Für den früheren Kulturdezernent Erik Schrader ist eine Investition in den Kran sinnvoll.  Archivfoto: Becker & Bredel Foto: BeckerBredel
Alexander Benzmüller hat die Saarkran-Initiative gegründet. Archivfoto: Rich Serra Foto: Rich Serra
Der pensionierte Denkmalpfleger Hans Mildenberger will die Initiative unterstützen. Archivfoto: Iris Maurer Foto: Iris Maria Maurer

Kontakt zur Initiative per E-Mail an: saarkran@gmx.de