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Nur wenige Maskenverweigerer in Zügen

Deutsche Bahn prüft verstärkt Einhaltung der Hygiene-Vorschriften : Nur wenige Maskenverweigerer in Zügen

Auch im Saarland prüft die Deutsche Bahn, ob im Zug die Maskenpflicht eingehalten wird. Aktuell setzt das Unternehmen täglich Dutzende Mitarbeiter dafür ein.

Die Kontrolle kommt unerwartet. „Bitte beachten Sie die Hygiene-Vorschriften“, sagt der Zugbegleiter mit sanfter Stimme zu dem Fahrgast, dessen Schutzmaske unter dem Kinn hängt. „Sorry“, murmelt dieser und zieht die Bedeckung nach oben. Es ist eine Ausnahme: Die meisten Menschen im Regionalexpress RE 1 4119 von Mannheim nach Koblenz tragen den Corona-Schutz vorschriftsmäßig. Damit das so bleibt, kontrolliert die Bahn zusammen mit der Bundespolizei in sieben Bundesländern das Einhalten der Maskenpflicht.

 Auch in Rheinland-Pfalz und im Saarland wird geprüft: Während der Zug aus Kaiserslautern Richtung Saarbrücken rollt, patrouilliert eine Zweierstreife durch die Sitzreihen. „Präventionsteam“ steht auf den gelben Westen. Aktuell achtet das Duo besonders auf das Einhalten der Maskenpflicht. An diesem sonnigen Augusttag gibt es wenig zu beanstanden.

„Unsere Erfahrung ist: Die weitaus überwiegende Mehrzahl der Menschen hält sich an die Regeln“, sagt eine Mitarbeiterin des Teams, die namentlich nicht genannt werden will. „Und falls es Diskussionen gibt, wird deeskaliert. Dazu ist jeder Mitarbeiter geschult, keiner wird ohne Ausbildung losgeschickt.“ Ausreden für Maskenverweigerer gibt es nicht: Wer seinen Schutz vergessen hat, kann eine Bedeckung im Zug erhalten.

„Insgesamt gibt die Deutsche Bahn zurzeit bundesweit mehr als 300 000 Masken an Reisende in Zügen und Bahnhöfen aus“, teilt das Unternehmen mit. Zudem habe jeder Gast in Fernverkehrszügen die Möglichkeit, im Bordbistro eine Maske zu kaufen.

Derzeit setzt die Bahn nach eigenen Angaben täglich in rund 60 Fernverkehrszügen Mitarbeiter ein, um das Maske-Tragen zu prüfen. Bis zum 1. September will das Unternehmen die Zahl mehr als verdoppeln. Dabei dürfte es weniger um Bestrafung gehen, als auch um eine Demonstration der Sicherheit. Die Bahn braucht mehr Fahrgäste. 2019 gab es im Regionalverkehr knapp zwei Milliarden Kundenfahrten. In der Corona-Krise sank die Fahrgastzahl im ersten Halbjahr 2020 um 37 Prozent auf knapp 663 Millionen Reisende.

 Mancher zweifelt, ob Bahnfahren völlig risikolos ist – etwa Petra Kling. Die 32-jährige Bürokauffrau ist an diesem Tag unterwegs von Homburg nach Trier. „Ich habe kein Auto, was will ich machen“, sagt sie achselzuckend. Die Maskenpflicht akzeptiert sie eher widerwillig. „Am liebsten wäre ich ohne, aber darauf können wir lange warten.“

Aggressive Maskenverweigerer sollen im Ruhrgebiet kürzlich zwei Bahnmitarbeiter verletzt haben. In Dortmund wurde ein 36-Jähriger des Bahnhofs verwiesen, weil er keinen Mund-Nasen-Schutz trug. Als er ohne Maske zurückkam und zwei Bahnmitarbeiter ihn ansprachen, soll der Mann einer Bahnbeschäftigten vor den Kopf getreten haben. Sie und ein Kollege erlitten Verletzungen, die Bundespolizei nahm den Mann in Gewahrsam.

 „Ganz klar: Reisende in Zügen und Bussen der Deutschen Bahn sind verpflichtet, Mund und Nase zu bedecken“, betont das Unternehmen. Sollten sich Fahrgäste nach einer wiederholten Aufforderung weigern, eine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen, werde „wie in allen Konfliktsituationen“ die Bundespolizei verständigt. „Nach wie vor hält sich die große Mehrheit der Reisenden an die Maskenpflicht“, betont die Bahn. Wenn „eine sehr kleine Minderheit“ geltende Regeln missachtet, sei dies nicht hinnehmbar. Sollte die Bahn einen Rausschmiss aussprechen müssen, setze die Bundespolizei dies um.