Norwegerin Vera Bartholomay hilft als Heilerin in Saarbrücken

Saarbrücken : Eine Norwegerin hilft in Saarbrücken

Vera Bartholomay arbeitete erst als Übersetzerin, dann entdeckte sie ihr Faible für das Heilen per Energieübertragung.

Wenn Vera Bartholomay von ihrem Heimatland Norwegen erzählt, dann strahlen ihre Augen, und die Begeisterung ist spürbar. Sie berichtet von ihren jährlichen Sommerurlauben und von ihrer Kindheit in Norwegen. Die Wahlsaarbrückerin hat bis zu ihrem Abitur auf der Insel Tromoy gewohnt – einer 29 Quadratkilometer großen Insel, auf der Ende der 1970er Jahre gerade einmal 2500 Menschen lebten, überwiegend Frauen und Kinder.

„Tromoy war eine Seefahrerinsel, und die meisten Männer fuhren zur See. Als ich ein kleines Kind war, war mein Vater nur alle zwei Jahre zu Hause“, erzählt die heute 61-Jährige. In perfektem Deutsch wohlgemerkt. Vera Bartholomay ist ein Sprachentalent und die erste große Entscheidung fällte sie mit 19 Jahren. Sie war eine der ersten Frauen in ihrem Umfeld, die die Insel für immer verließen.

„Das war damals für viele völlig unverständlich, doch für mich war es ein klares Ziel. Ich wollte raus in die Welt“, sagt Vera und ergänzt: „Eine Insel zu verlassen, darf man sich nicht so vorstellen, wie wenn man von einer Stadt in eine andere zieht. Es ist eher so, als verlässt man eine eigene Welt.“

Sie wollte unbedingt etwas mit Sprachen machen und kannte einen Freund in Deutschland. Also verschlug es sie nach Saarbrücken, und sie studierte am Dolmetscher Institut an der Universität des Saarlandes. „Es hätte genau so gut sein können, dass mich mein Weg nach Frankreich oder Italien bringt. Warum es schließlich das Saarland und Saarbrücken wurden, war wohl Schicksal“, sagt die studierte Übersetzerin.

Als geborene Olsen lernte sie ihren Mann kennen, heiratete und bekam zwei Söhne. Von ihrer eigentlichen Passion wusste sie damals noch nichts. Erst als das Schicksal ein zweites Mal und weniger schön zuschlug, änderte sich vieles radikal. „Als Übersetzerin habe ich für sehr viele Branchen gearbeitet und Texte von deutschen Firmen ins Norwegische übersetzt. Egal, ob es um Schokolade, Elektroartikel oder Operationstische ging, ich habe alles übersetzt und oft bis weit in die Nacht gearbeitet. Zudem hatte ich zwei Kinder und unser Haus war im Umbau und eine einzige Baustelle“, blickt Vera mehr als 20 Jahre zurück.

Sie stand irgendwann kurz vor dem Burnout, war körperlich geschwächt und wusste nicht mehr weiter. Durch Zufall besuchte sie ein Seminar einer Heilerin und war sofort angetan. „Es ging um Energieübertragung und um Handauflegen. Es war völliges Neuland für mich, aber nach wenigen Tagen war ich wieder so fit wie früher“, erzählt die gebürtige Norwegerin. Von da an widmete sie sich diesem etwas anderen Thema der Heilung, besuchte Kurse, entwickelte ihre eigenen Techniken und schrieb schließlich sogar ihr erstes Buch „Heilsame Berührung“.

„Wir alle kennen doch die Situation, wenn man als kleines Kind gefallen ist und die Mama kam und hat die schmerzende Stelle mit der Hand berührt. Es wurde besser, da Energie und Liebe flossen. Bei dem Thema Heilsame Berührung geht es um genau das Gleiche, nur mit viel mehr Tiefe“, sagt Vera Bartholomay, die erst auf Umwegen ihren Traumberuf fand. Mittlerweile ist die Norwegerin in vielen deutschen Städten und auch in der Schweiz unterwegs, gibt Kurse und unterrichtet diese außergewöhnliche Form der Heilung.

Mit ihrem zweiten Buch „Projekt Sehnsucht“ macht sie allen Mut, die vor schwierigen Entscheidungen stehen, und erklärt die immer wiederkehrenden Stolperfallen in der Selbstständigkeit. Welche Projekte in Zukunft in ihrem Leben noch so anstehen, weiß sie noch nicht. Sie lässt sich treiben von der Lebensenergie und auch von der Kraft, die sie in jedem Sommer in ihrer Heimat Norwegen tankt.

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