Norbert Schmidt engagiert sich für den Stadtteil St. Arnual.

Ein Saarbrücker im Unruhestand : Der „Ganz oder gar nicht“-Saarbrücker

Norbert Schmidt hat sich für das Winterberg-Klinikum und die St. Johanner Wehr engagiert. Jetzt wirkt er in St. Arnual.

Dass man sich mit Zeitungspapier vor atomarer Strahlung schützen soll, klang für Norbert Schmidt albern. Unter Selbstschutz hatte er sich etwas anderes vorgestellt. Und so hat er sich nach einer Fortbildung beim Bundesverband für den Selbstschutz für eine Organisation entschieden, deren Arbeit ihm wesentlich sinnvoller erschien: die Feuerwehr.

Und so ist Norbert Schmidt im Juli 1982 der freiwilligen Feuerwehr im Saarbrücker Löschbezirk 13, also in St. Johann, beigetreten – um etwas zu lernen, wie er sagt. Knapp sieben Jahre später wurde er Löschbezirksführer der St. Johanner Wehr und blieb das zehn Jahre lang. Eine Karriere, die veranschaulicht, was Norbert Schmidt damit meint, wenn er sagt: „Ich mache etwas richtig, oder ich mache es gar nicht.“

Dieses „Lebensmotto“, wie Schmidt sagt, hat ihn über den Lehrgang beim Bundesverband für den Selbstschutz zur Feuerwehr geführt. Denn eigentlich wollte er nur seinen Job ordentlich machen. Im August 1982 wurde Norbert Schmidt Behördenselbstschutzleiter im Saarbrücker Winterbergklinikum. Und das, was man ihm beim Bundesverband beibrachte, genügte seinem Anspruch nicht. Schmidt hat eine Gruppe aus freiwilligen Feuerwehrleuten zusammengestellt, die in verschiedenen Berufen im Krankenhaus arbeiten und die notwendige Ausrüstung angeschafft. „Wir  können so im Notfall schon vor dem Eintreffen der Feuerwehr Maßnahmen einleiten“, erklärt Schmidt. Wobei er selbst da nicht mehr beteiligt ist.  2007 ging Schmidt in Pension. Das System funktioniere aber auch heute noch, sagt er.

Seine Lebensmotto hat Norbert Schmidt aber nicht aufgegeben, nur weil er in Rente ist. Er hat sich in vielen Vereinen engagiert, unter anderem als Vorsitzender des Obst- und Gartenbau-Vereins St. Arnual und im Vorstand der Arbeitsgemeinschaft St. Arnualer Ortsvereine und Kirchengemeinden. Für die Arbeitsgemeinschaft kümmert er sich ums Programm und den Organisationsplan des Daarler Dorffestes (das nächste ist vom 5. bis 7. Juli). Auch fürs Ehrenamt habe für ihn immer gegolten: „Ich schaue zuerst: Kann ich das machen, kann ich das mit meiner Zeit vereinbaren?“

Aber auch zwölf Jahre nach der Pensionierung bleibe das Winterberg-Klinikum sein Krankenhaus, sagt Norbert Schmidt. In all den Jahren, erst im Bürgerhospital, dann auf dem Winterberg, sei er nur „an zwei bis drei Tagen nicht gerne schaffen gegangen“. Heute wäre das sicher anders. „Die Politik denkt inzwischen, dass man mit Krankenhäusern sogar Geld verdienen kann, anstatt in die Krankenhäuser zu investieren. Da läuft etwas richtig schief“, findet Schmidt.

Dennoch hat er nicht abgewunken, als ihn jemand aus der Klinikleitung wegen der Sache mit dem Bekleidungsautomat angesprochen hat. Man könne sich das mit dem Automaten wie mit einer Kette in einer Wäscherei vorstellen, an der die gereinigten Sachen hängen. Mitarbeiter haben eine Art Chipkarte, auf der gespeichert ist, wie viel frische Dienstkleidung (also etwa Kittel) ihnen zusteht und in welcher Größe.  Der Automat stellt sie dann bereit. So sollte das funktionieren. Tat es aber nicht so ganz, sagt Schmidt. Er versprach, sich das mal anzuschauen. Am Ende überreichte er der Klinikleitung einen detaillierten Bericht, mit dem das Problem gelöst werden konnte.

In der Klinikleitung sei man etwas überrascht gewesen, erinnert sich Schmidt. Er habe sich das doch nur mal ansehen sollen, habe es geheißen. So sei er nun mal, sagt Norbert Schmidt: „Ich mache etwas ganz oder gar nicht.“

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