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| 20:21 Uhr

Tennis-Turnier in Saarbrücken
Neunkircher spielt sich bis ins Finale

Paul Georg Günther vom TuS 1860 Neunkirchen war während des Turniers richtig gut drauf, verlor aber im Finale gegen Kai Wehnelt.
Paul Georg Günther vom TuS 1860 Neunkirchen war während des Turniers richtig gut drauf, verlor aber im Finale gegen Kai Wehnelt. FOTO: Peter Franz
Saarbrücken. Paul Georg Günther eilte beim Tennisturnier in der Hermann-Neuberger-Sportschule von Sieg zu Sieg und freute sich über den zweiten Platz. Auch die anderen saarländischen Teilnehmer zeigten gute Leistungen. Von Jonas Grethel

Drei Tage hatten die Teilnehmer nach diversen Qualifikationsturnieren bereits hinter sich. Dann standen die Halbfinals und Finals des Dunlop Südwest-Cups an, für den Tennis-Spieler aus ganz Deutschland in die Hermann-Neuberger-Sportschule nach Saarbrücken reisten – und hier überzeugten die Saarländer mit guten Leistungen. Von den Halbfinalisten bei den Damen und Herren kamen drei aus der Region und lieferten sich starke Duelle mit der Konkurrenz.

„Wir haben zwar keinen saarländischen Gewinner, man hat deutlich gesehen, dass einige Spieler eine Klasse besser sind als andere – aber trotzdem sind wir mit unseren Saarländern sehr zufrieden“, sagte Peter Franz vom veranstaltenden Saarländischen Tennis-Bund (STB) nach dem Turnier. Das liegt vor allem an zwei Leuten. Sarah Müller, 14 Jahre und aktiv beim TuS Neunkirchen, wurde schon vor dem Turnier als Geheimfavoritin gehandelt und kämpfte sich souverän durch die ersten Partien – 7:5 und 6:2 hieß es im Achtelfinale gegen Lara Kohler vom HTC Bad Neuenahr, 6:1 und 6:0 in der nächsten Runde gegen Isabel Neumer von der Eintracht aus Frankfurt. Dann stand das Talent der wohl besten Spielerin des Turniers gegenüber – und hatte gegen die 15 Jahre ältere und auf Platz 69 der deutschen Rangliste stehende Karlsruherin Ellen Linsenbolz nur wenige Chancen. 4:6 und 2:6 stand nach dem Halbfinale auf der Anzeigetafel – und trotz des Alters- und vermeintlichen Klassenunterschieds ärgerte sich die Teenagerin.

„Es war mein Ziel, so weit wie möglich zu kommen – und wenn man bei so einem Turnier dabei ist, will man natürlich auch im Finale spielen“, sagte Müller: „Trotzdem war das für mich ein Erfolg – ich denke, dass ich ganz gut gespielt habe.“

Gleichzeitig entwickelte sich bei den Männern ein anderer Saarländer zum Überraschungs-Titelanwärter. Paul Georg Günther, ebenfalls Neunkircher, bekam es mit dem Völklinger Torben Etgen, dem Kölner Yannick Stephan Born, dem Neunkircher Julian Müller und im Halbfinale mit dem früheren Saarlandmeister und Turniersieger von 2014, Tim Focht, zu tun – und behielt in allen Duellen die Oberhand. Gerade gegen Focht hatte keiner der Zuschauer so wirklich mit einem Erfolg des Überraschungs-Halbfinalisten gerechnet – es dauerte dann auch zwei nervenaufreibende Sätze sowie einen Match-Tiebreak, bis der Finaleinzug feststand.

„Ich hatte gewusst, dass ich gegen die meisten gewinnen kann. Und dann kam noch ein bisschen Glück dazu und ich stand im Finale“, sagte Günther: „Im Halbfinale hatte ich nach dem ersten Satz gedacht: Wenn das so weiterläuft, wird das nix mehr. Nachdem ich mich dann aber ein bisschen steigern konnte und im entscheidenden Moment da war, sah es dann doch ganz gut aus.“

Das Finale gegen den Hessen Kai Wehnelt war dann aber doch eine Nummer zu groß für den jungen Saarländer – mit 1:6 und 2:6 verlor er deutlich und konnte seine schnelle Technik von den Duellen zuvor nicht mehr aufbringen. Bei den Damen gewann Ellen Linsenbolz in einem spannenden Match gegen die Heidelbergerin Jolina Feger, Sarah Müller durfte nur noch zuschauen. Trotzdem hat die Jugendliche große Pläne. „Natürlich würde ich gerne mal Profi werden und an die Weltspitze kommen. So ein Grand-Slam-Turnier zu gewinnen – das ist mein Traum.“ Vielleicht war der Südwest-Cup in Saarbrücken einer der ersten Schritte einer großen Tennis-Karriere.

Ellen Linsenbolz vom SSC Karlsruhe siegte knapp im Damen-Finale.
Ellen Linsenbolz vom SSC Karlsruhe siegte knapp im Damen-Finale. FOTO: Peter Franz