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Dieses Jugendstil-Juwel soll erhalten bleiben
Neues Schieferdach dank Denkmalschutz

Diese Aufnahme von der  Villa Micka  in der Saarbrücker Straße entstand vor wenigen Tagen.
Diese Aufnahme von der Villa Micka in der Saarbrücker Straße entstand vor wenigen Tagen. FOTO: BeckerBredel
Dudweiler/Bonn. Die Sanierung der Villa Micka in Dudweiler kommt jetzt ein gutes Stück voran. Projektförderung über weitere Jahre? Von Michèle Hartmann

Gleich zwei Leser haben es uns dieser Tage überreicht:  „Monumente“, das sechsmal jährlich erscheinende Magazin der Deutschen Stiftung Denkmalschutz in Bonn. Diesmal ist es insbesondere für unsere Region interessant, denn von besagter Stiftung  gibt es Geld. Für die Villa Micka, dieses monumentale Bauwerk an der Saarbrücker Straße in Dudweiler. Die jungen Eigentümer, Mark Duance und Heike Przybyl , die vor knapp vier Jahren die Immobilie mit dazugehörigen Grundstücken auf einer Fläche von rund 26 000 Quadratmeter   von einer Erbengemeinschaft erworben haben, sind kräftig dabei, das Dudweiler „Schloss“ mit seinen unzähligen Ornamenten und Skulpturen, mit seinen Türmchen, Erkern und Balkonen zu sanieren. Vordringlich, so erzählten die beiden vergangenes Jahr unserer Zeitung, sei die Erneuerung des  gewaltigen Schieferdaches (SZ vom 5. September 2017: „Die Villa Micka erwacht zu neuem Leben“.) Und genau dieses Dach ist nun in Angriff genommen worden. Und zwar mit tatkräftiger finanzieller Unterstützung der Stiftung Denkmalschutz – dank der Lotterie Glücksspirale.


Dr. Ursula Schirmer, Pressesprecherin der Stiftung, zeigt sich im Namen ihrer Institution sehr erfreut darüber, was sich in und um die Jugendstilvilla herum so tut. Mit „Sorgfalt, Leidenschaft und Fingerspitzengefühl“ würden die Hauseigentümer in Dudweiler die Villa wieder instand setzen. Die Nutzungsvorstellungen würden dem Projekt angepasst, was die Geldgeber als vorbildlich erachten: „Solche Projekte unterstützen wir gern.“ Denn sie zeigten: „So kann man’s machen.“ Ursula Schirmer ist sich bewusst, dass in dem   einzigartigen Gebäude noch sehr viel Arbeit wartet. Man könnte durchaus auch von einer Lebensaufgabe sprechen. Die Pressefrau der Deutschen Stiftung Denkmalschutz kann sich auch vorstellen, dass man noch mehr Mittel lockermacht im weiteren Fortgang der Sanierungsarbeiten:  „Das kann ein mehrjähriges Förderprojekt werden“, sagt sie. Dazu müssten selbstredend Förderanträge gestellt werden.

Man ist sich also bewusst, dass das architektonische Juwel die Denkmalkultur in Deutschland bereichert. Eben so wie die Christuskirche in Dudweiler, auch die wurde von besagter Institution tatkräftig  unterstützt, als das Dach in die Knie zu gehen drohte (wir berichteten mehrfach). Heute ist das Gotteshaus für die gläubigen Christen wieder nutzbar.



Die imposante Villa mit ihrer unterirdischen Bunkeranlage entstand in sechsjähriger Bauzeit. 1912 war der letzte Fassadenschmuck fertiggestellt. Carl Micka,  das gibt das Archiv der Saarbrücker Zeitung her, war Maurer und kam im Jahr 1758 aus Prag nach Dudweiler. Der Erbauer der Villa, Heinrich Micka, selbst starb einen schrecklichen Tod. Er wurde 1939 in einer angrenzenden Stallung  von einem Pferdefuhrwerk zerquetscht. Dass der Verfall der außergewöhnlichen Immobilie gestoppt ist, das würde ihn sicherlich erfreuen. Die Dudweiler Bürger begrüßen es allemal.

Mark Duance und Heike Przybyl im Herbst 2017 in einem der vielen zu sanierenden Räume.
Mark Duance und Heike Przybyl im Herbst 2017 in einem der vielen zu sanierenden Räume. FOTO: Thomas Seeber