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Neues entdecken in der Kunstszene Saarbrücken - das "Atelier 111"

Offene Ateliers : Neues entdecken in der Kunstszene

Zu den Tagen der Bildenden Kunst öffnet auch das „Atelier 111“. Dort zeigen Kunststudentinnen ihre Arbeiten und eine Performance.

Das „Atelier 111“ liegt in Saarbrücken, gleich hinter dem Ordnungsamt, in der Großherzog-Friedrich-Straße 111. Die großen, hellen Räume der ehemaligen Schokoladenfabrik werden seit gut zwei Jahren von mehreren Studierenden der Fachrichtungen Kunst und Design als Gemeinschaftsatelier genutzt. Und zurzeit ist dort besonders viel los. Denn am Wochenende sind die „Tage der Bildenden Kunst“.

Kunstschaffende im ganzen Regionalverband Saarbrücken öffnen dann für interessierte Besucher ihre Ateliers. Das bietet auch die Möglichkeit, in Kunstrichtungen einzutauchen, die über zweidimensionale Leinwände und Papiere hinausgehen. So zeigt das „Atelier 111“ bei den „Tagen der Bildenden Kunst“ jede Menge innovativer und überraschender Ideen.

„Wir bauen gerade eine Art Bühne für unsere Performance“, erklärt Katharina Hamp. Sie studiert an der Hochschule für Bildende Künste (HBK) Saar Freie Kunst. Zu Beginn des Studiums widmete sie sich der Malerei, mittlerweile arbeitet sie mit experimentellen Videos. „Ich beschäftige mich mit der Natur, mit Tieren und Pflanzen, daher auch dem Artensterben und dem Klimawandel“, erklärt sie. Am Wochenende will sie eine Art Versuchslabor ihrer Themen aufbauen. Daher hat sie einen Teil des Ateliers abgetrennt, mit großen Gemälden von ihr dekoriert, dazu Zeichnungen an die Wand gepinnt. Und in Regalen und unter Licht finden sich Pflanzen und Anpflanzungen.

Auch ihre Kommilitoninnen Hyeonsu Jung und Marika Pyrszel bereiten sich für das Wochenende vor. Marika Pyrszel ist eigentlich Grafikerin und Plastikerin. Aber seit sie an der HBK studiert, widmet sie sich der Klangkunst und kleinen Installationen. Sie wird gemeinsam mit Katharina Hamp am Samstagabend eine Performance zeigen. „Ich untersuche Alltagsgegenstände wie eine Vase oder Pflanze. Dann schaue ich, wie man mit ganz einfachen Mitteln die Gegenstände zum Klingen bringt. Und ich setze mich mit Naturgeräuschen auseinander“, erklärt die gebürtige Polin.

Die Koreanerin Hyeonsu Jung studierte schon klassische Malerei und Keramik. An der HBK Saar interessiert sie sich eher für Kunst im Zusammenhang mit neuen Technologien. So schneidet sie kleine Gummitierchen auseinander und setzt sie wieder zusammen. Daraus entstehen wilde, kleine Kreaturen, die sie auch im PC konstruiert und auf Karten gedruckt hat, sodass sie eine virtuelle Welt voller fremder Kreaturen erschaffen hat, ganz ähnlich wie Pokémon-Karten und -Spiele.

Am Samstag um 19 Uhr werden die drei jungen Frauen dann in dem vorbereiteten Atelier ihre Kunstaktion vorführen und aufnehmen. Dabei werden sie Pflanzen berühren, Geräusche erzeugen, Klänge verbinden. „Das Ganze ist keine Show, es ist eher eine meditative Reise. Wir improvisieren mit Gegenständen und Geräuschen, kreieren Klangteppiche“, erläutert Marika Pyrszel. Und Hyeonsu Jung wird dazu Bilder an eine Wand projizieren. Am Sonntag lassen sich die Ergebnisse dann ebenfalls anhören und anschauen.

Neben den dreien kann man am Wochenende aber auch noch weitere Kunstschaffende des Ateliers und deren Arbeiten kennenlernen. Jules Meiser widmet sich der Bildhauerei, und Nora Veneranda Roedelstuertz hat sich von Covid-19 zu einer düsteren Installation inspirieren lassen. Und wie es bei Studierenden üblich ist, werden sich am Wochenende weitere befreundete Kunstschaffende und Kommilitonen im „Atelier 111“ einfinden.