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Kommunale Investitionen
Neue Pläne statt Fensterfront-Sanierung im Bad

Eitel Freude herrschte bei Einweihung der sanierten Sporthalle in Sulzbach am 22. März 2017. Im Bild: der damalige Landtagspräsident Klaus Meiser, Bürgermeister Michael Adam und Innenminister Klaus Bouillon (von links).
Eitel Freude herrschte bei Einweihung der sanierten Sporthalle in Sulzbach am 22. März 2017. Im Bild: der damalige Landtagspräsident Klaus Meiser, Bürgermeister Michael Adam und Innenminister Klaus Bouillon (von links). FOTO: Iris Maria Maurer
Sulzbach. Von Michèle Hartmann

Manchmal kann man nur staunen. Denn in der Sitzung des Stadtrates am heutigen Donnerstag steht der Tagesordnungspunkt  „Neuaufteilung der bisher für das Bauvorhaben Fassadensanierung Sportzentrum am Quierschieder Weg vorgesehenen Fördermittel“ auf dem Programm. 750 000 Euro sollten eigentlich für die Sanierung der uralten Fensterfront des Hallenbades (Vopeliusbad) ausgegeben werden. Und zwar noch im Sommer dieses Jahres (wir berichteten). Nun aber entnimmt man der neuerlichen Verwaltungsvorlage wörtlich: „Da jedoch die Förderung von Investitionen zurzeit nicht möglich ist, soll die in Aussicht gestellte Fördersumme wie folgt verwendet werden“. Es folgen die Vorhaben, die die Verwaltung auflistet: Sanierung und Anstrich der Fassaden der Sporthalle im Sportzentrum (rund 320 000 Euro), Ausfinanzierung der Baumaßnahme ,Sanierung Lazarettstraße 1’ (265 000 Euro) – mit dem Zusatz „Die Verwendung der Restmittel ergibt sich in den Haushaltsberatungen für 2019“. Die Sanierung der Schwimmbad-Fassade soll indes durch den städtischen Badbetreiber KDI über eine Kreditaufnahme (Wirtschaftsplan 2019) finanziert werden. Die Kreditaufnahme werde „durch die Stadt Sulzbach verbürgt“.


Sehr gespannt sein darf man, ob die Stadträte mehrheitlich diesem Verwaltungsvorschlag heute Abend zustimmen werden. Zumal, wenn man die Berichterstattung der SZ wenige Tage vor der Landtagswahl am 26. März 2017 zugrunde legt: Da hatte Innen- und Sportminister Klaus Bouillon (CDU) beim Ortstermin in Sulzbach alle Sympathien auf seiner Seite: Denn zur offiziellen Eröffnung der Halle am Sportzentrum hatte er einen weiteren Geldsegen für seinen Parteifreund Michael Adam mitgebracht. Genau 750 000 Euro überreichte Bouillon der Stadt, um noch weitere dringende Maßnahmen am Vopeliusbad umzusetzen.

1,2 Millionen Euro waren in die Sporthalle investiert worden, 1,4 Millionen Euro ins Vopeliusbad. „Für den unerwarteten zusätzlichen Geldsegen durch den Sportminister kurz vor der Landtagswahl am Sonntag fand Adam nur Lob“, schrieb damals die SZ. Adam sagte, nun könne man doch noch die Erneuerung der blinden Fenster und die Fertigstellung der Außendämmung am Schwimmbad in Angriff nehmen.



Die SZ hat gestern das Innen- und Sportministerium mit der Frage konfrontiert, ob es zutreffend sei, dass – laut neuerlicher Verwaltungsvorlage der Stadt Sulzbach – die Förderung von Investitionen in Schwimmbäder derzeit nicht möglich sei. Die Pressestelle des Ministeriums antwortete darauf wie folgt: Die Maßnahme „Sanierung Dreifeldhalle“ (Sporthalle) sei teilweise bereits bewilligt, die Maßnahme „Beton- und Fassadensanierung der Freifeldhalle im Sportzentrum Sulzbach sowie Umgestaltung Freianlagen“ sei von der Stadt noch nicht beantragt. Die Maßnahme „Sanierung Hallenbad Sulzbach im Sportzentrum“ sei bewilligt. Und: „Von Seiten des Innenministeriums wurden keine Fördermittel gestrichen.“