| 20:30 Uhr

Handball-Saarlandpokal
Nervenkitzel pur bei den Endspielen

Lea Helle vom Oberligisten HSV Püttlingen (links) hat im Saarlandpokal-Finale gegen den SV 64 Zweibrücken abgezogen. Titelverteidiger Püttlingen gewann das Endspiel gegen den Ligakonkurrenten mit 22:21.
Lea Helle vom Oberligisten HSV Püttlingen (links) hat im Saarlandpokal-Finale gegen den SV 64 Zweibrücken abgezogen. Titelverteidiger Püttlingen gewann das Endspiel gegen den Ligakonkurrenten mit 22:21. FOTO: Ruppenthal
Saarbrücken. Männer der HF Illtal gewinnen Handball-Pokal nach einem Krimi. Frauen des HSV Püttlingen siegen zum vierten Mal in Folge. Von Lucas Jost

So ein Finale hätten sich die besten Drehbuch-Autoren kaum einfallen lassen können. Das Duell der beiden Handball-Oberligisten HF Illtal und VTZ Saarpfalz im Endspiel um den Saarlandpokal in der Saarbrücker Joachim-Deckarm-Halle übertraf am Ostermontag alle Erwartungen. Die Entscheidung fiel erst im Siebenmeter-Werfen. Um 18.33 Uhr war es soweit. Marcel Becker sollte es richten. Es war der fünfte Siebenmeter für den vom Handball-Verband Saar ausgezeichneten „Spieler des Jahres“ im Verlauf des Endspiels. Drei von vier hatte er vorher verwandelt.


Kaum einen der knapp 1000 Zuschauer hielt es in der Joachim-Deckarm-Halle noch auf dem Sitz. Becker trat an die Linie heran. Noch einmal schnell die Hand am Trikot abgewischt, während sich VTZ-Schlussmann Rouven Latz fast vier Meter vor seinem Tor so groß machte, wie er nur konnte. Dann der Pfiff des Schiedsrichters. Becker holte aus – und warf den Ball links und halbhoch ins Tor. Das dramatische Finale hatte ein Ende. Und mit den Handballfreunden Illtal einen glücklichen und wild jubelnden Sieger.

Eine ebenfalls mitentscheidende Aktion lieferte der Torhüter des Turniers: Mit einer blitzschnellen Reaktion wehrte Illtals Alexander Dörr den ersten Siebenmeter-Wurf von Saarpfalz-Spieler Martin Mokris ab. Er legte damit die Grundlage für den Sieg.



Dabei hatten die Handballfreunde Illtal schon zum Ende der regulären Spielzeit die Chance auf den Sieg. Doch der letzte Wurf von Marcel Becker flog mit der Schluss-Sirene ans Lattenkreuz. In der Verlängerung sahen die Illtaler dann wie der sichere Sieger aus. Aber sie gaben den Ball noch einmal her. Und so konnte der Titelverteidiger VTZ Saarpfalz noch ausgleichen. Danach musste das Siebenmeter-Werfen entscheiden.

„Es gibt nur eins, was in meinem Kopf vorgeht: feiern, feiern, feiern, feiern“, erklärte Dörr und ergänzte: „Es ist eine super Bestätigung, dass ich als Torhüter des Turniers ausgezeichnet wurde. Ein geiles Wochenende.“

Im Halbfinale hatte sich sein Team mit 20:16 gegen Oberliga-Rivale SV 64 Zweibrücken durchgesetzt. Die VTZ gewann mit 20:18 gegen den TV Niederwürzbach. Für den Saarlandligisten war schon die Teilnahme am Endturnier ein Erfolg. „Wenn wir das Spiel gewonnen hätten, hätte uns im Finale vielleicht ein bisschen die Kraft gefehlt“, scherzte Niederwürzbachs Rückraumspieler Maximilian Bölke. Er sagte zufrieden: „Wir standen als Saarlandligist zum zweiten Mal in Folge im Finale und haben mit der HSG Völklingen einen Oberligisten rausgeworfen.“

Auch bei den Damen war das Endspiel eine spannende Sache: Oberligist HSV Püttlingen konnte dank des 22:21-Erfolgs gegen den Ligakonkurrenten SV 64 Zweibrücken seinen Titel erneut verteidigen. Es war der vierte Pokalerfolg für die Püttlingerinnen in Serie. HSV-Akteurin Renata Szabo wurde als „Spielerin des Turniers“ ausgezeichnet. „Ich sehe das nicht als Abschiedsgeschenk. Aber klar ist das der krönende Punkt“, erklärte Trainer Hans-Werner Müller, der nach der Saison aufhört. Er schwärmte: „Wir haben eine super Saison gespielt, die Mannschaft hat sich immer wieder aufgerappelt nach schweren Verletzungen.“ Müller gibt sein Amt an Miodrag Jelicic ab. Er wird sich künftig um die wirtschaftlichen Belange des Vereins kümmern.

Der HSV Püttlingen warf im Halbfinale den Saarlandligisten und Ausrichter HSG TVA/ATSV Saarbrücken mit 19:13 aus dem Pokal-Endturnier. „Wir sind alle sehr froh, als Ausrichter dabei gewesen zu sein. Ich glaube, wir haben uns echt gut geschlagen gegen einen Oberligisten und viermaligen Turniersieger“, erklärte Saarbrückens Torfrau Raphaela De Agazio.

Grund zum Freuen hatten auch die Damen des TV Merchweiler. Der Saarlandligist hätte im Halbfinale beinahe die Sensation geschafft, scheiterte erst in der Verlängerung mit 17:22 an Zweibrücken. Merchweilers Sandra Rubil wurde als „beste Torfrau des Turniers“ geehrt. Ihr Trainer Dominik Schwindling sagte: „Das war eine geile Leistung der Mannschaft, die aufopferungsvoll gekämpft hat. Und für Betreuer Florian Josefus und mich ein super Abschluss, da wir beide nach der Saison aufhören werden.“