Naturschutzbund Saarland rät zum Christbaum im Topf, der später der Wiederaufforstung dient.

Kostenpflichtiger Inhalt: Klimazweifel am Christbaumkauf : Nabu Saar wirbt für Wiedereinpflanzen von Christbäumen

Nabu Saarland empfiehlt neues Denken beim Christbaumkauf. Saarforst verweist auf zertifizierten Anbau und kurze Wege.

Ganz klassisch sind die Freiwilligen des Technischen Hilfswerks aus Beckingen und St. Wendel zu Werke gegangen: Sie haben einen schönen großen Tannenbaum „dahemm“ im Saarland abgeholt und diesen zehn Stunden nach Berlin transportiert, wo er nun die saarländische Landesvertretung ziert (siehe Foto). Dabei gibt es vor dem Hintergrund der Klimaschutzbewegung der „Fridays for Future“ eine intensive Debatte darum, ob die Tradition, jährlich Millionen Weihnachtsbäume zu schlagen und diese – nach einer recht kurzen Zeit des frohen Weihnachtsliedersingens in der guten Stube – an den Abwurfstellen der Entsorgungsunternehmen zu deponieren.

Auch der Naturschutzbund (Nabu) im Saarland hat sich jetzt intensive Gedanken um diese Tradition gemacht. „Unter Nachhaltigkeitsaspekten sollte auch der Umgang mit Weihnachtsbäumen neu bewertet werden“, teilte Silke Buchholz von der Nabu-Landesgeschäftsstelle jetzt mit. Pestizid-Einsatz in intensiven Christbaumkulturen, weite energieverbrauchende Transporte durch ganz Europa, Flächenverbrauch für die Kulturen und Entsorgungsfolgen nach Weihnachten seien einige ökologisch zu hinterfragende Aspekte, so der Saar-Nabu.

Doch der Nabu sieht einen Weg, wie der verantwortungsvolle Christbaumkäufer im Zeichen der Klimakatastrophe zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen kann. „Weihnachtsbäume könnten wieder zur Aufforstung in durch massiven Borkenkäferbefall absterbenden Fichtenkulturen Verwendung finden“, betonen die Experten des Saar-Nabu. Dazu sollten Weißtannen im Topf gekauft werden, da diese als Tiefwurzler Trockenheit besser vertragen und auch nicht vom Borkenkäfer befallen würden. Dazu müssten Baumschulen einheimische Weißtannen als Ballenpflanzen in Topfkultur als Weihnachtsbäume in unterschiedlichen Größen anbieten, fordert der Nabu. Die Weißtannen könnten dann nach Weihnachten ortsnah im Wald ausgepflanzt werden, wo es freie Flächen gebe, wo früher Fichten standen. Die Baumpflanzer könnten dann im ersten Jahr oder länger als Baumpaten die Baumkultur betreuen und „somit auch eine emotionale Bindung zum Wald aufbauen“, hofft der Nabu.

Dagegen erklärt der Saarforst-Landesbetrieb, dass niemand ein schlechtes Gewissen zu haben brauche, wenn man nicht auf einen Weihnachtsbaum verzichten wolle „Trotz Trockenheit und Borkenkäferbefall stehen auch in diesem Jahr wieder genügend natürlich gewachsene Weihnachtsbäume aus unseren Wäldern zur Verfügung“, teilte Annette Schmidt vom Saarforst mit. Weihnachtsbäume, die mit Zertifikaten wie FSC, PEFC, Naturland oder Bioland ausgezeichnet seien, hätten keine langen Transportwege zurücklegt und würden nicht mit Dünge-, Unkrautvernichtungs- und Schädlingsbekämpfungsmitteln behandelt, hieß es.